In Gemeinderat von Moos wird das Thema Motorboote in den beiden Häfen zunehmend zu einem Diskussionspunkt. Das zeigte sich einmal mehr in der jüngsten Ratssitzung. Dort stand eine Änderung der Mietordnung auf der Tagesordnung.

Diese war vom Hafenausschuss an den Gemeinderat verwiesen worden, weil die zunehmende Anzahl der Motorboote in den Häfen von Moos und Iznang für Unmut in dem Fachgremium sorgen.

Der Anstieg ist deutlich

Dass es sich bei der Zunahme der Motorboote um kein individuelles Bauchgefühl einiger Räte handelt, bewies die Aufstellung der Zahlen. Jürgen Graf aus der Verwaltung belegte einen „deutlichen Anstieg der Boote mit Motorantrieb in den vergangenen 22 Jahren“, wie er sagte. Aktuell stehen den 309 Segelbooten (mit und ohne Motor) immerhin 240 Motorboote in den beiden Mooser Häfen gegenüber.

Dabei handelt es sich nach seiner Aussage ausdrücklich nicht nur um Plätze, die vom Segelclub vergeben werden. Das sah Albin Lang (UWV) in der Gemeinderatssitzung anders: „Ich sehe es nicht ein, dass der Segelclub ein Vorschlagsrecht hat und dann Motorboote den Liegeplatz bekommen“, sagte er.

Rücksichtslose Motorbootfahrer rufen Kritiker auf den Plan

Der allgemeinen Anstieg der Zahl der Motorboote liegt unter anderem auch daran, dass die Besitzer von rund 35 vormaligen Ruderbooten diese mit Motorantrieb ausstatteten. Der Trend zum Motorboot ist kein moosspezifisches Problem. Der Umstieg vom Ruder- oder Segelboot zum Motorboot wird mit der allgemein gestiegenen Bequemlichkeit begründet. Das damit einhergehende veränderte Freizeitverhalten sorgt immer wieder für Unmut am See.

Manchmal ist es nur ein einziges Boot beziehungsweise ein Bootsführer, der viele andere um ihr Vergnügen am See bringt, weil er seinem Gefährt die Sporen gibt. „Die reine PS-Zahl ist keine Aussage darüber, wie sich der Besitzer auf dem See verhält“, konstatierte in diesem Zusammenhang Jürgen Graf.

Viele werden bequemer – auch im Freizeitverhalten

Die größte Gruppe der Motorboote (15 Prozent) ist mit bis zu 24 PS ohnehin eher schwach motorisiert. Das stärkste Motorboot in der Gemeinde Moos weist rund 700 PS auf. Sehr starke Motorboote können mehrere tausend Pferdestärken besitzen.

In Moos macht unter anderem die Infrastruktur die Belegung der Hafenplätze nicht einfach. Vor allem die ständige Verlandung beider Häfen durch den permanenten Eintrag von Sedimenten sorgt für schwierige Verhältnisse. Davon betroffen sind vor allem Segelboote, die größeren Tiefgang als Motorboote haben.

Verlandung in den Häfen ist zusätzliches Problem

In Iznang können Segelboote praktisch nur noch am vorderen Schwimmsteg festmachen. Der restliche Hafenbereich ist spätestens bei einem etwas niedrigen Pegelstand für sie tabu.

Um den Hafen in Moos zumindest auf eine zukünftige Entwicklung mit Elektromotoren einzustellen, denkt man zumindest über entsprechende Stromtankstellen nach.

Um sich ein Bild von der Situation zu machen, will man in Moos zumindest den Hafenausschuss einmal vor Ort abhalten. Bürgermeister Patrick Krauss schlug hierfür einen Termin in der Hauptsaison vor. Bisher tagte das Gremium ausschließlich in den Wintermonaten.