Bei einem Jugend-Hearing im Bürgerhaus Moos haben die Jugendlichen der Gemeinde jetzt ihren Wunsch nach einem Treffpunkt noch einmal bekräftigt. Ingesamt waren mit rund 35 jungen Bürgern und den Gemeinderäten von Moos knapp 50 Personen in das Bürgerhaus gekommen, um den Bedarf und die Wünsche näher zu erläutern. Der Gemeinderat hatte mit seiner Entscheidung, das ehemalige Feuerwehrgerätehaus im Ortsteil Bankholzen für diese Zwecke zu nutzen, den Weg für einen Jugendtreff bereits in einer Sitzung Mitte September (der SÜDKURIER berichtete) frei gemacht. „Wir haben jetzt die einmalige Chance, einen Treffpunkt für die Jugend inmitten eines Ortsteils zu schaffen“, stellte Bürgermeister Patrick Krauss zu Beginn des Hearings fest.

Das ehemalige Feuerwehrgerätehaus in Bankholzen (im Bild rechts) könnte künftig einen Jugendtreff beherbergen. Bild: Gerald Jarausch
Das ehemalige Feuerwehrgerätehaus in Bankholzen (im Bild rechts) könnte künftig einen Jugendtreff beherbergen. | Bild: Jarausch, Gerald

Nicht nur die Gemeinderäte, sondern auch auch die Jugend selbst, scheint von dieser Vorstellung angetan. Eine schriftliche Umfrage, die vom Kreisjugendreferat des Landkreises Konstanz in den vergangenen Wochen durchgeführt wurde, hatte diese Tendenz bereits verdeutlicht. Dabei hatten sich 87,5 Prozent der Teilnehmer für einen Jugendtreff in der Gemeinde Moos ausgesprochen.

Viele Teilnehmer bei Umfrage

Insgesamt hatten von 135 angeschriebenen Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 19 Jahren 65 teilgenommen, was einer Quote von rund 48 Prozent entspricht: „Das ist ein sehr hoher Prozentsatz“, bemerkte Stefan Gebauer vom Kreisjugendreferat. Er muss es wissen. Seine Einrichtung hat schon viele Jugendtreffs im Landkreis initiiert, beziehungsweise deren Entwicklung begleitet. Von der Mooser Jugend zeigte er sich beeindruckt. „Hier haben nicht nur viele mitgemacht, es gab vor allem sinnvolle und wirklich konstruktive Bemerkungen“, lobte er im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Insbesondere die hohe Bereitschaft, sich ernsthaft zu bemühen und das gleichzeitige Bekenntnis, sich mit der Gemeinde und der Region als Heimat zu bekennen, erstaunte Gebauer.

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Laut der der Umfrage wünschen sich die Jugendlichen vor allem am Wochenende eine Möglichkeit, wo sie sich ohne die ständige Kontrolle durch Erwachsene treffen können. Damit so etwas funktionieren kann, möchte das Kreisjugendreferat möglichst ältere Jugendliche finden, die bereit sind, ein wenig Verantwortung zu übernehmen: „Wir brauchen Unterstützung“, ließ Stefan Gebauer wissen. Auch wenn seine Einrichtung ebenfalls immer wieder einmal vor Ort sein würde, müsste der Regelbetrieb von den Jugendlichen selbst organisiert werden. Nicht nur der hohe Zuspruch beim Hearing, sondern auch eine elektronische Umfrage per Mobiltelefon zeigte deren Bereitschaft auf. „Es sind relativ viele, die mitmachen wollen“, freute sich Gebauer. Zudem signalisierten die Jugendlichen, dass sie gerne enger mit dem Gemeinderat zusammen arbeiten würden.

Bürgermeister Krauss will mit Jugendlichen reden

Dieser Wunsch beruht auf Gegenseitigkeit. Bürgermeister Krauss sagte im Anschluss, dass er „den Treffpunkt gerne dazu nutzen würde, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen“. Generell freue er sich auf die Mitarbeit der Jugendlichen, ließ er weiter wissen. Die wird mit der Ausgestaltung des Treffpunkts beginnen, die die künftigen Nutzer möglichst selbst in die Hand nehmen sollten. „Wir wollen hier nichts überstülpen“, erklärte der Bürgermeister dazu. Und auch Stefan Gebauer weiß, dass das nicht funktioniert. „Das müssen die Jugendlichen schon selbst machen“, sagte er. Gleichwohl sieht er darin auch kein Problem. Um zum Beispiel an geeignete Möbel zu kommen, genüge seiner Erfahrung nach ein kleiner Aufruf innerhalb der Gemeinde.