Witterungstechnisch waren die Mooser Rettiche im Bürgerhaus der Gemeinde auf der sicheren Seite, stürmisch wurde es drinnen dann aber trotzdem. Denn was dort bislang unter der eher gemächlich anmutenden Bezeichnung Närrischer Kaffeeklatsch veranstaltet wurde, heißt jetzt Fasnachtsfete für Jung und Alt. "Diese Mischung ist uns sehr wichtig, dass jeder seine Kinder mitbringen und gemeinsam eine schöne Zeit erleben kann", betonte Rettich-Präsidentin Sandra Hugenschmidt. Diesem Anspruch wurden die rund 250 Narren gerecht, die gestern ins Mooser Bürgerhaus kamen und es alles andere als ruhig angehen ließen.

Bild: Rolf Hohl

Das ist auch anderen nicht entgangen, wie das Programm mit insgesamt neun Tanzgruppen und Musikkapellen von Überlingen am Ried bis Konstanz zeigte. "Immer mehr Gruppen wie das Kuckucksballett aus Litzelstetten fragen selbst bei uns an. Das zeigt, dass sich die Fete schon herumgesprochen hat und die Leute sich gerne hier zeigen", so Hugenschmidt. Den Anfang jedoch machte der hauseigene Mooser Fanfarenzug, der die Besucher auf Betriebstemperatur brachte.

Bild: Rolf Hohl

Seit 25 Jahren findet die Rosenmontagsfete schon im Bürgerhaus statt, seit man aus Platzgründen aus dem Grünen Baum dorthin gezogen war. Zugleich feierte die Clowngruppe Schneckenburg aus Konstanz ihr 20-jähriges Bestehen auf der Bühne. Trotz all dieser Gründe zum Feiern warteten die Mooser Narren geduldig die Zeremonie des Rettichsaft-Brauens ab, um dann gemeinsam das Loblied auf die beliebteste aller Rüben auf der Höri anzustimmen. Heißt es doch: "De Mooser Rettichsaft git üs Schwung und Kraft."

Bild: Rolf Hohl

Und die Kräfte des schwarzen Rettichs sind an solchen Abenden wahrlich vonnöten: "Anfangs geht es meist etwas ruhiger zu, wie beim Kaffeeklatsch eben. Dann aber wird es immer lauter und am Ende tanzen alle", schilderte Hugenschmidt. Inwieweit das auch mit dem hochprozentigen Rettichsaft zu tun hat, war aber nicht zweifelsfrei aufzuklären.