Veranstalter sind die vier Mooser Ortsteile, jedes Jahr abwechselnd. In diesem Jahr ist Bankholzen dran und damit die Bankholzer Joppen, Präsident Martin Heller fungiert als Conférencier. Schwungvoll startet der Musikverein Bankholzen, mit Chef und Dirigent Sebastian Rieger, der über den langen Vormittag ein erstaunliches Repertoire zeigen wird. Martin Heller begrüßt die weiteren Präsidenten, Narrenräte und Rettiche, von vorn und hinten, der mittleren und der hinteren Höri. Gekommen sind sie alle, wird doch am Schluss des Programms mit einem raffinierten Verfahren die Reihenfolge für den Höri-Umzug ausgeknobelt. Am 19. Februar wird es in Weiler so weit sein.

Aber zunächst treten die Mooser Zünfte auf. Es startet Bankholzen als Gastgeber – dann geht es alphabetisch weiter. Auch diese Reihenfolge ist genau festgelegt. Also Bankholzen, mit dem Sketch: „Sitz ane!“ Zwei Liegen am Strand der nahen Bora, Bankholzen hat ja keinen Seezugang. Karle, dargestellt von Egbert Pfeifer, tanzt nach der Pfeife seiner Liebsten, die gekonnt von Rosi Tröndle gegeben wird. Er reicht Sprudel und Sonnengel, cremt ein und muss sich danach die Hände waschen, er schließt die Tasche, denn man weiß ja nicht, was da für „a Gsindel umme isch“. Dann soll er sich doch mal hinsetzen und nicht so ungemütlich sein. Wie Mann es macht, recht macht man es nicht... Großer Applaus, dickes Gelächter. Dann tritt Iznang auf: Inge Vogler, Präsidentin der Bützigrabler, leidet am Nacken und muss zum Doktor. Dieser, dargestellt von Oberholzer Jochen Riedmüller, hat eine neuartige Maschine angeschafft, die allerlei Leiden kurieren soll.

Das Zungenproblem von Bodo Vogler oder das böse Knie von Fußballer Stefan Stanojevic. Andrea Bohner gibt die Schwangere, was der Kur die Krone aufsetzt – und Inge Vogler in die Flucht treibt.

„Ich und mein Holz!“ heißt der Sketch der Mooser Rettiche, selbst erfunden, was ein Glück ist. Die Familie Wolf gibt sich nach aufopferungsvollen Proben während der Weihnachtstage ein Stelldichein, Pius Wolf macht den Handwerker, Claudia Wolf die „Tasche“, Heidi Bruttel (geborene Wolf) die Köchin und Patrick Wolf den Sportler, der die Hölzer stemmt.

Vor dem letzten Sketch greift der ein oder andere schon mal zum Schoppen und den Weißwürsten. Auch für zahnlose Junker geeignet, da sehr weich, wie Heller bei der Begrüßung witzelte. Auftritt der Büllebläri aus Weiler: Zwei Liegen werden auf die Bühne geschafft. Zwei Liegen? Auch Weiler hat keinen Seezugang – und kam just auf dieselbe Idee wie Bankholzen. Das Publikum hat ein Déja-Vu, bekommt aber doch eine rechte Variation zu sehen. Präsidentin Brigitte Wiedemann gibt die Resi, schikaniert ihren Theo, dargestellt von Martha Karcher. Bürgermeister Peter Kessler, Fasnachtsfreund, amüsiert sich, er zeigt jedes Jahr zur Machtübergabe gute Figur. Auch in diesem Jahr hat man sich im Rathaus bereits Gedanken gemacht.

Nun schreitet man zum Höhepunkt: Ein Sack soll gefüllt werden, mit drei Bülle, vier Herdäpfeln, einer Grapefruit und einem Getränk. Jeder der neun Vertreter der Höri-Zünfte packt ein, schätzt das Gewicht und notiert die Schätzung. Dann wird gewogen – und häufig für zu schwer befunden! Während noch gerechnet wird, die Gastgeberzunft aus Weiler organisiert das Spiel, stärken sich die Präsidenten mit Bülleschnaps fürs Ergebnis. Die Gesichter lassen nicht auf ein außerordentliches Geschmackserlebnis schließen, eher Medizin scheint der regionale Kurze („mit Bülle und Obstler“) zu sein. Die Mooser Rettich ergattern den dritten Platz. Den zweiten Platz holt sich Wangen – und den ersten Gaienhofen! Auf den weiteren Plätzen folgen die Öhninger Piraten, Hemmenhofen, Schienen, Iznang, Horn und Bankholzen. So steht die Reihenfolge fest, die Hägelisaier aus Gaienhofen werden den Höri-Umzug anführen. Die Narren freuen sich: „S’goht dagege“: Die närrische Saison ist eröffnet.

Termine zum Vormerken

  • 19. Februar: Großer Höri-Umzug in Weiler mit allen Zünften der Halbinsel
  • 22. Februar: Joppendämmerung der Bankholzer Joppen im Durchental
  • 23. Februar: Schmutziger Dunschtig mit Machtübergaben in den Rathäusern und Dorffastnacht
  • 25. Februar: Die Holzer Wangen (Narrenzunft Mondfänger) feiern „50 Jahre Holzer“, ab 19 Uhr in der Höri-Strandhalle in Wangen. Eintritt frei. Die Piraten vom Untersee feiern mit „Geri der Klostertaler“ ab 20 Uhr im Hexenkeller in Öhningen.