Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Weg für einen Solarpark auf der ehemaligen Industriemülldeponie am Mooswald freigemacht. Mit der Zustimmung für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das Projekt, dass von der Firma Solarcomplex aus Singen realisiert werden soll, ist der erste Schritt damit in die Wege geleitet. In der Sitzung stellten das Planungsbüro 365 Grad und das Unternehmen Solarcomplex die beabsichtigte Anlage vor. Auf einer Fläche von insgesamt 0,78 Hektar sollen Solarmodule installiert werden, die die bisherige Nutzung des Areals praktisch nicht einschränken.

Fauna und Flora bleiben erhalten

Zurzeit wird die ehemalige Industriemülldeponie der Stadt Singen auf Mooser Gemarkung vom BUND betreut. Durch das ein- bis zweimalige Mähen des Gebietes zwischen dem Mooswald und dem Aach-Altarm an der Verbindungsstraße zwischen Moos und Bankholzen hat sich auf dem Areal eine reichhaltige Fauna und Flora gebildet. „Diese wird auch nach dem Aufbau der Solarmodule erhalten bleiben“, versicherte Jörg Dürr-Pucher, Projektleiter von Solarcomplex. Um das zu gewährleisten, werden die Solarmodule 70 bis 90 Zentimeter über dem Boden angebracht. Die Maximalhöhe wird 2,60 Meter betragen. Auf diese Weise könnten künftig sogar Schafe die „Mäharbeiten“ auf der ehemaligen Erddeponie erledigen. Grundsätzlich soll darauf geachtet werden, dass die Photovoltaik-Freifläche wenig sichtbar ist. In den Randbereichen werden daher Sträucher und Bäume gepflanzt. Aus versicherungstechnischen Gründen muss die Freiflächenanlage eingezäunt werden.

Die Leistung der Anlage wird rund 750 Kilowattstunden betragen, was nach Aussage von Jörg Dürr-Pucher für die Versorgung von rund 800 Mooser Bürger reicht. Zudem legte er noch einmal dar, warum Solarparks aus seiner Sicht in den windarmen Regionen Baden-Württembergs die bessere Option der Energiegewinnung sind. Um Braunkohle-Kraftwerke und andere Technologien zu ersetzen, reichen die privaten Photovoltaik-Anlagen nicht aus. Diese werden ohnehin vielfach dazu genutzt, den Eigenbedarf möglichst stark zu decken. Darüberhinaus bedarf es anderer Kraftwerke, die all jene versorgen, die keine private Anlage betreiben können oder wollen.

Frühzeitige Beteiligung öffentlicher Träger und Belange

Obwohl die Einspeisevergütung ständig sinkt, sind Solarparks und Photovoltaik-Anlagen immer noch wirtschaftlich attraktiv. Das liegt nicht zuletzt an den immer effektiveren und vor allem günstigeren Modulen. „Die Kosten sind viel schneller niedriger geworden, als man immer gedacht hat“, sagte Jörg Dürr-Pucher. Generell sind die Produktionskosten eines Solarparks gegenüber einer Dachanlage rund halb so hoch. Dagegen wirkt die um rund 0,1 Prozent pro Monat sinkende Einspeisevergütung. Auch aus diesem Grund, möchte Solarcomplex den Solarpark auf der Altdeponie in Moos möglichst rasch realisieren. Der Zeitplan sieht eine frühzeitige Beteiligung öffentlicher Träger und Belange sowie eine Offenlage noch in diesem Spätherbst vor.

Der Pachtvertrag mit der Gemeinde Moos soll über 25 Jahre abgeschlossen werden. In dieser Zeit wird die Effektivität der Solarmodule nur geringfügig sinken. Während man vor zwei Jahrzehnten noch davon ausging, dass diese nach 15 Jahren deutlich sinkt, zeigen die aktuellen Erfahrungen etwas anderes. Solarcomplex baut seit rund 20 Jahren Photovoltaik-Anlagen, und diese sind im Wirkungsgrad nur um wenige Prozent gesunken.