Am Dienstagabend nutzten rund 500 Bürger aus Moos die Möglichkeit, sich einen Überblick über die fünf Kandidaten auf das Bürgermeisteramt der Gemeinde zu verschaffen. Die Wahl findet am Sonntag, 18. November, statt. Der SÜDKURIER veranstaltete im Bürgerhaus Moos einen Informationsabend mit Podiumsdiskussion, bei denen sich die Kandidaten den Fragen der Redakteurin Anna Maria-Schneider und des Radolfzeller Redaktionsleiters Georg Becker sowie des Publikums stellen mussten.

Befragten die Kandidaten und führten durch den Abend: Die SÜDKURIER-Redakteure Georg Becker (Redaktionsleiter Radolfzell) und Anna-Maria-Schneider.
Befragten die Kandidaten und führten durch den Abend: Die SÜDKURIER-Redakteure Georg Becker (Redaktionsleiter Radolfzell) und Anna-Maria-Schneider. | Bild: Jarausch, Gerald

Was die Kandidaten persönlich umtreibt

Den Auftakt des unterhaltsamen und informativen Abends bildete eine kleine Fragerunde durch Anna-Maria Schneider, die jeden der fünf Kandidaten zu persönlichen Dingen befragte. Dort war Spontanität und Schlagfertigkeit gefragt, denn die Redakteurin ließ es sich nicht nehmen, die Brüche in den Lebensläufen abzufragen. Bereits in diesen wenigen Minuten, die jedem der Kandidaten zur Verfügung standen, wurden die unterschiedlichen Charaktere deutlich. Manch einem genügte die schlichte Aufzählung zahlreicher Qualifikationen und erreichter Abschlüsse, ein anderer präsentierte seine persönliche Lebensphilosophie. So verriet der Regionalverkaufsleiter Jens Gerber, dass er als Reserveoffizier in Uniform heiratete und dieses Berufsumfeld auch seinen Charakter geprägt habe.

Was die fünf Bewerber motiviert

Der stellvertretende Geschäftsstellenleiter des Jobcenters in Stockach, Patrick Krauss, sieht den Posten des Bürgermeisters als ein persönliches Ziel der Selbstverwirklichung, auf das er seit Jahren hinarbeitet. Der Koch und Lebensmittelkontrolleur Moritz Görgner, der als einziger Kandidat bereits in Moos wohnt, gab zu, "nicht der klassische Verwaltungsmensch" zu sein, dieses jedoch durch Wissensdurst, Zielstrebigkeit und die Hilfe des Rathauspersonals kompensieren zu wollen. Diplom-Betriebswirt Tom Krug aus Marbach am Neckar möchte im Bürgermeisteramt seine Fähigkeiten auf einen größeren Personenkreis anwenden als bisher: "Ich kann in Moos mehr Menschen erreichen", sagte er dazu. Und die studierte Kriminologin Bettina Popanda, die Fachbereichsleiterin im AWO-Kreisverband Konstanz ist, stellte ihren ganzheitlichen Denkansatz vor. Sie möchte mit ihrer positiven Denkweise die Herzen der Bürger erreichen.

Fünf für Moos: Die Kandidaten auf dem Podium mit den beiden SÜDKURIER-Redakteuren Georg Becker (Redaktionsleiter Radolfzell) und Anna-Maria-Schneider (rechts).
Fünf für Moos: Die Kandidaten auf dem Podium mit den beiden SÜDKURIER-Redakteuren Georg Becker (Redaktionsleiter Radolfzell) und Anna-Maria-Schneider (rechts). | Bild: Jarausch, Gerald

Alle streben einen bürgernahen Führungsstil an

In einem weiteren Fragekomplex mussten sich alle Kandidaten zu konkreten Dingen ihrer künftigen Arbeit und zu den Problemen der Gemeinde äußern. Die eigene politische Unerfahrenheit, die alle Kandidaten eint, sahen sie nicht als ein Hindernis, sondern als persönliche Herausforderung. Auch in ihrem Führungsstil unterscheiden sich alle fünf nicht maßgeblich. Was Tom Krug einen "partizipativen Stil" nannte, hieß bei Patrick Krauss "abgestimmt" und bei Moritz Görgner "gemeinschaftlich". Der Kontakt mit den Bürgern soll intensiviert werden. Während Jens Gerber dazu in die Wirtshäuser der Gemeinde gehen will und die Bürger bei grundsätzlichen Fragen beteiligen möchte, kann sich Tom Krug auch die Einrichtung einer App dafür vorstellen.

Moos soll sich nicht allzu stark verändern

Bettina Popanda präferiert einen "runden Tisch, an den ich alle einlade". Die Gemeinde selbst wollen die fünf Kandidaten nur in Teilbereichen verändern. Frei nach dem Motto: "Moos muss Moos bleiben" sprachen sie sich für den Erhalt der Natur und eine moderate Entwicklung aus. Patrick Kraus sah Entwicklungspotential im Ausbau des Mobilfunknetzes und des Internets sowie bei der Verkehrssicherheit.

Kandidaten setzen ihre Schwerpunkte

Moritz Görgner möchte sich bei den bereits eingeleiteten Projekten der Sporthalle, beim Kindergartenausbau und der Schule in Weiler engagieren. Wohnraum möchte er durch intensivere Nutzung des Leerstands schaffen. Tom Krug sieht im Halten des Status quo seine größte Aufgabe und will den Verkauf von Grundstücken nach außen begrenzen. Bettina Popanda wiederum möchte Begegnungsräume in den Ortsteilen schaffen und Generationen übergreifendes Wohnen fördern. Patrick Krauss möchte das "Flair von Moos erhalten" und seniorengerechtes Wohnen ermöglichen, während Jens Gerber Bauland in Weiler und Bankholzen ausweisen will und sich eine weitere Seniorenwohnanlage für Einheimische vorstellen kann.

Die Kandidatenrunde ist gut angekommen. Für den informativen Abend im Bürgerhaus Moos gibt es viel Applaus vom Publikum.
Die Kandidatenrunde ist gut angekommen. Für den informativen Abend im Bürgerhaus Moos gibt es viel Applaus vom Publikum. | Bild: Jarausch, Gerald

Bei Detailkenntnissen wird es bei allen Kandidaten eng

Schwer taten sich alle fünf Kandiaten bei der Beantwortung von Fragen zu speziellen Themen, wie etwa zu Hinterlassenschaften von Hunden auf den bewirtschafteten Feldern. Dazu fehlte es offenbar an Detailkenntnissen und den rechtlichen Möglichkeiten, die einer Gemeinde zur Verfügung stehen. In ihren Schlussbemerkungen bedankten sich die Kandidaten für die vielen Anregungen (Popanda) und den interessanten Abend (Görgner). Jens Gerber nutzte den Moment, um sich als "erster Diener" der Gemeinde zu bewerben.