Für die Besucher des Strandbads in Iznang ist die Beaufsichtigung und Versorgung im Ernstfall durch die DLRG für die nächsten Jahre bestens gesichert. 29 Jahre nach der Einweihung der DLRG-Station im Strandbad Iznang ist am Samstag die sanierte und erweiterte Station feierlich in Betrieb genommen worden. Dabei hätte es ganz anders kommen können. Mit den Plänen der Gemeinde Moos, das Strandbad zu sanieren, kam die Idee auf, das komplette Gebäude des Strandbades, in dessen Dachgeschoss die DLRG seit 1989 untergebracht ist, abzureißen. Letztlich wurde sie aber aus Kostengründen verworfen. Der DLRG-Gruppe Moos war das durchaus Recht. Sie durfte nicht nur im Dachgeschoss bleiben, sondern ist nun in sanierten und erweiterten Räumlichkeiten untergebracht.

Vor allem die Erweiterung werde die Möglichkeiten der Lebensretter am Standort deutlich verbessern, wie der Vorsitzende Uwe Nehlsen bei der Eröffnung erklärte. Der Versammlungsraum ist durch den Einbau einer Gaube vergrößert worden, nun können in Iznang Fortbildungslehrgänge stattfinden, die sonst nur in Konstanz möglich waren. „Nun muss ich meine Leute nicht nach Konstanz schicken, sondern die kommen in Zukunft zu uns“, freute sich Nehlsen. Die rund 160 Quadratmeter umfassenden Räumlichkeiten sind zudem ab sofort besser erreichbar, als das bisher der Fall war. Der Wachraum ist direkt über eine Treppe und einen vorgelagerten Balkon zu begehen. Dieser neue Eingang fungiert auch als Haupteingang. Die alte Wendeltreppe, die im Inneren des Gebäudes bisher diese Aufgabe übernahm, ist nun als brandschutztechnischer Fluchtweg deklariert.

Den Umbau, den die Gemeinde Moos mit rund 60 000 Euro finanziert hat, ergänzten die Mitglieder der Ortsgruppe Moos mit vielen Eigenleistungen. So renovierten die Mitglieder der DLRG die Küche und die Bäder in über 1500 Stunden Eigenarbeit. Allein für das Material wendet der Verein rund 58 000 Euro auf. „Das kann nur klappen, wenn man eine gut funktionierende Gemeinschaft ist“, lobte Uwe Nehlsen seine Kollegen beim Festakt. Anerkennung erhielt die Ortsgruppe von der Feuerwehr, der Wasserrettung Bodensee sowie Funktionären der DLRG. „Es freut mich, dass man den Umbau zusammen mit der Gemeinde umgesetzt hat. Damit habt ihr der Kommune und dem Land Geld gespart“, befand Heinz Thöne vom DLRG-Landesverband.

Eine deutliche Aufwertung erhielt die Wachstation durch einen Sanitätsraum, der diesen Namen auch verdient. Im Erdgeschoss, dort wo sich die Umkleide- und Sanitärräume des Bades befinden, ist nun ein Sanitätsraum eingerichtet, wie man ihn nach Aussage von Notarzt und DLRG-Mitglied Marco Zinsmaier wohl „so noch nicht an einem anderen Ort am Bodensee findet.“ Zinsmaier begründet das: „Wir haben hier eine komplette Notarztausstattung, wie man sie sonst nur in einem Fahrzeug findet“, befand er. Seine Kompetenz kam der Gemeinde Moos beim Umbau des Erdgeschosses zugute, wie Architektin Irmhild Kalkowski erklärte. „Er hat uns bei den Anforderungen viel helfen können“, sagte sie während der Besichtigung der Räumlichkeiten.

 

Gruppe Moos

Die DLRG-Gruppe Moos ist ein Verein mit ausschließlich ehrenamtlichen Helfern. 1969 wurde er als Stützpunkt gegründet. Man engagiert sich stark in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, in der Wasserrettung und in der Jugendarbeit. Mit dem eigenen Rettungsboot und der Wasserrettungswache in Iznang führt die DLRG den Wach- und Wasserrettungsdienst am südlichen Ufer des Zeller Sees aus. Die Übernachtungsmöglichkeiten in der Station erlauben es auch Fremdgruppen, Wachdienst und eigene Fortbildungen durchzuführen. (ja)