Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist auf einem historisch niedrigen Stand. Im Normalfall profitieren davon die Kommunen. Doch weil sie durch die steigenden Steuereinnahmen mehr Einnahmen erzielen, fließen ihnen an andere Stelle weniger Zuweisungen zu. Auf diese Weise kann sich das Verhältnis sogar umkehren. Genau das werde voraussichtlich im kommenden Jahr in der Gemeinde Moos passieren, so die Voraussage für den Haushalt 2018. Die Einnahmesituation verschlechtert sich um insgesamt 119 000 Euro. Das mag angesichts eines Haushaltes, der über 15 Millionen Euro umfasst, nicht sonderlich viel erscheinen, doch es macht das Dilemma deutlich. Denn die gerne als "fetten Jahre" bezeichneten guten Einnahmejahre der Kommunen, sollen und müssen dazu genutzt werden, Rücklagen für schlechtere Zeiten zu bilden. Das ist gar nicht so einfach, wie man in Moos beobachten kann. Denn die verhältnismäßig hohen Einnahmen führen zu Begehrlichkeiten.

Mit der stattlichen Rücklage von 4,7 Millionen Euro zum Jahresende 2017 hat man sich in Moos unter anderem dazu entschlossen, die lang ersehnte Sporthalle zu bauen. Ebenso will Moos das flächendeckende Glasfasernetz mit eigenen Investitionen vorantreiben. Die Sanierung von Gebäuden, der Ausbau der Krippenbetreuung und die Modernisierung der kommunalen Infrastruktur sind ebenfalls mit hohen Kosten verbunden. Schon längst warnen Kämmerer Roland Mundhaas und Bürgermeister Peter Kessler vor den Folgekosten: "Man muss wissen, dass mit jeder Maßnahme, die wir umsetzen, Folgekosten verbunden sind", sagte Kessler deshalb in der Gemeinderatssitzung bei der Vorstellung des Haushaltsplanes.

"Die mittelfristige Finanzplanung wird uns noch Probleme bereiten", kündigte dazu Sven Leibing, stellvertretender Geschäftsführer des Gemeinde-Verwaltungs-Verbandes Höri (GVV) an. Das beginnt bereits ein Stück weit im kommenden Jahr: "Wir schaffen es nicht, den Werteverzehr zu erwirtschaften", erläuterte Leibing in der Sitzung. Gleichzeitig werde ein stattlicher Teil der Rücklagen aufgebraucht. Zum Ende des Jahres 2018 wird er von 4,7 Millionen Euro auf 2,2 Millionen schrumpfen. Gleichzeitig sieht der Haushaltsplan eine Kreditaufnahme von einer Million Euro vor. Der Plan wurde mit einer Gegenstimme vom Gemeinderat gebilligt.