Moos Ausblick beim Neujahrsempfang: Sporthalle bleibt für Moos ein Thema

200 Gäste lauschten beim Neujahrsempfang im Bürgerhaus Moos den Worten von Bürgermeister Peter Kessler – er gab einen Rückblick auf 2017 und einen Ausblick auf 2018. Gastrednerin Petra Müssig sprach über Kunst des Zuhörens.

Der Neujahrsempfang der Gemeinde Moos stieß auf enorme Resonanz bei den Einwohnern: Rund 200 Menschen lauschten den Worten von Peter Kessler. Der Bürgermeister blickte auf die Ereignisse des vergangenen Jahres zurück und kündigte an, dass das Jahr 2018 ähnlich anstrengend werden würde. Schließlich habe man sich viel vorgenommen. Zu den wichtigsten Ereignissen des vergangenen Jahres zählten die Einweihung des seit vielen Jahren gewünschten Radwegs nach Bohlingen und des Strandbads Iznang, mit 1,3 Millionen Euro war es die größte Investition. Weniger erfolgreich verlief hingegen die Umsetzung der Planung zur neuen Sporthalle. "Beim Neujahrsempfang vor einem Jahr waren wir hier noch guten Mutes und wurden dann im Zuge der Entwurfsplanung von der Kostenrechnung des Architekturbüros überrascht", erklärte Peter Kessler. Mit über vier Millionen Euro brutto seien die Kosten um ein Drittel höher gewesen als die Schätzung. Nachdem alle Versuche umzuplanen scheiterten, entschied sich der Gemeinderat mit großer Mehrheit gegen den Bau der Halle.

Auf der Grundlage eines Generalunternehmerangebotes für eine Zweifach-Sporthalle im Gegensatz zur bisherigen 1,5-fach-Halle soll nun die weitere Planung und Ausschreibung erfolgen. "Über einen öffentlichen Teilnahmewettbewerb suchen wir in den nächsten Wochen nach Anbietern, unter denen dann eine beschränkte Ausschreibung einer schlüsselfertigen Sporthalle erfolgen wird", erläuterte Kessler. Unklar ist momentan die Bewilligung der Zuschüsse zur Finanzierung des Großprojekts. Die bereits zugesagten Zuschüsse mussten zurückgegeben werden, da diese an einen Baubeginn im Jahr 2017 gekoppelt waren. "Jetzt heißt es hoffen, dass diese Zuschüsse auch für das Jahr 2018 bewilligt werden", sagte Kessler. Sollten die Zuschüsse nicht fließen, wird es für die Gemeinde Moos finanziell schwierig.

Baugebiet wird erschlossen

Denn zwischenzeitlich gibt es weitere Maßnahmen, die dringend erforderlich sind. So wird der Breitbandausbau rund 400 000 Euro mehr kosten als ursprünglich geplant. Und die hohe Kinderzahl der Gemeinde veranlassten die Verwaltung, über einen Anbau für den Kindergarten Bankholzen nachzudenken. Eine erste Entwurfsplanung wird in den nächsten Wochen erwartet. Wann die Maßnahme tatsächlich umgesetzt wird, hängt von der weiteren Entwicklung der Kinderzahl ab. Die notwendige Bebauungsplanänderung für die Sportanlage Mooswald wurde zurückgestellt, bis Klarheit über die Planung für die Sporthalle besteht. Außerdem steht das neue Jahr für die Gemeinde Moos auch im Zeichen der Umsetzung des Bebauungsplans Eichweg. Nach intensiven Planungen im vergangenen Jahr wird im Frühjahr mit der Erschließung des Baugebiets begonnen.

Bei seiner Ansprache blickt Bürgermeister Peter Kessler auf die Ereignisse des vergangenen Jahres zurück und kündigte an, dass das Jahr 2018 ähnlich anstrengend werden würde. Bild: Petra Reichle
Bei seiner Ansprache blickt Bürgermeister Peter Kessler auf die Ereignisse des vergangenen Jahres zurück und kündigte an, dass das Jahr 2018 ähnlich anstrengend werden würde. Bild: Petra Reichle

"Reden ist nur halb so viel wert wie zuhören" – mit diesem aus China überlieferten Zitat eröffnete die Gastrednerin Petra Müssig ihren Vortrag zum Thema "Kunst und Kultur des Zuhörens". Die dreifache Snowboardweltmeisterin leitet ein Institut für Sport- und Mentalcoaching und sieht die heutzutage vorherrschende Gesprächskultur des Redens kritisch. Auch die digitale Kommunikation sei eine "Form der Kommunikationssperre und geprägt vom bloßen Empfangen und Weiterleiten von Informationen", machte Müssig deutlich. Zuhören hingegen habe eine Reihe sehr wohltuender Auswirkungen. Dadurch entstehen nicht nur Raum und Zeit für Lösungen, sondern auch gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung. Eröffnet und musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang vom Musikverein Bankholzen.

Bürgermeister Peter Kessler konnte für den Neujahrsempfang im Mooser Bürgerhaus die dreifache Snowboard-Weltmeisterin Petra Müssig gewinnen: (von links) Peter Kessler, Gudrun Kessler, Petra Müssig mit Lebenspartner Arne Seeber. Bild: Petra Reichle
Bürgermeister Peter Kessler konnte für den Neujahrsempfang im Mooser Bürgerhaus die dreifache Snowboard-Weltmeisterin Petra Müssig gewinnen: (von links) Peter Kessler, Gudrun Kessler, Petra Müssig mit Lebenspartner Arne Seeber. Bild: Petra Reichle

Die Gastrednerin

Die aus Konstanz stammende dreifache Snowboard-Weltmeisterin Petra Müssig lebt seit zweieinhalb Jahren in Bankholzen. Nach vielen Jahren in Bayern genießt die passionierte Mountainbike-Fahrerin nach eigenen Angaben vor allem die Ruhe in der kleinen Gemeinde, die schönen Ausblicke und die vielen Radwege des Schienerbergs. Beruflich ist Petra Müssig als Buchautorin und Dozentin in der Erwachsenenbildung tätig und leitet gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Arne Seeber ein Ausbildungsinstitut für Sport- und Mentalcoaching.

Bürgermeister Peter Kessler bedankt sich bei Gastrednerin Petra Müssig.
Bürgermeister Peter Kessler bedankt sich bei Gastrednerin Petra Müssig.

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