Clemens Menge, Vorsitzender der DLRG Konstanz, beschäftigt sich leider oft mit dieser Frage. Er erzählt von einem Wochenende im August als es bereits vor 10 Uhr „rudelbumsvoll“ war. „Das war ein Verkehrschaos. Da haben wir uns schon schwergetan, zum Dienst am Hörnle zu kommen. Ich möchte mir nicht ausmalen, was im Ernstfall passiert wäre“, sagt er.

Die Busse der Stadtwerke stoppen an der Haltestelle so, dass die Zufahrt zur Liegeweise ungehindert möglich ist. Bild: Nikolaj Schutzbach
Die Busse der Stadtwerke stoppen an der Haltestelle so, dass die Zufahrt zur Liegeweise ungehindert möglich ist. Bild: Nikolaj Schutzbach | Bild: Nikolaj Schutzbach

„Die Ortspolizeibehörde hat ihr Möglichstes getan. Aber auch zum Abschleppen braucht es Platz“, ergänzt er. Zum Glück habe es an den anderen Konstanzer Strandbädern dieses Jahr keine Probleme gegeben, erklärt Menge. „Ein bisschen knifflig war es wegen der inzwischen nicht mehr bestehenden Baustelle oberhalb des Wasserwerks, zumal es auch beim Spielplatz am Hörlepark eine Baustelle gibt“, ergänzt Menge.

Reisebus versperrt Zufahrt

Wie eine zugeparkte Zufahrt den Rettungseinsatz erschweren kann, weiß Peter Augustyniak, Leiter Einsatz der DLRG Konstanz ganz genau. Sofort fällt ihm das Datum des 14. Juli 2015 ein. An diesem Tag gab es einen Ertrinkungsunfall am Hörnle. „Da stand ein Reisebus so weit vorne am Eingang, dass wir nicht reinfahren konnten. Und hinten dran stand ein Stadtbus. Es musste dann das Tor zum Stadion geöffnet werden, damit der Reisebus dort hineinfahren konnte“, erzählt er.

Vor dem Wasserrettungszentrum Adlerhorst der DLRG Konstanz kann es bei der Ausfahrt sehr eng werden, wenn, wie links nachgestellt, verbotenerweise Autos parken.
Vor dem Wasserrettungszentrum Adlerhorst der DLRG Konstanz kann es bei der Ausfahrt sehr eng werden, wenn, wie links nachgestellt, verbotenerweise Autos parken. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Der Bus habe ja nicht wegfahren können, da die Einsatzfahrzeuge wie vorgesehen über die Parkplatzausfahrt eingefahren waren. Leider kamen die Rettungskräfte aber doch zu spät. Der Verunglückte sei noch reanimiert worden, habe es aber nicht geschafft. Der Grund sei zwar nicht die Verzögerung gewesen, aber sie ein typisches Beispiel für die Behinderung ihrer Arbeit, sagt Augustyniak.

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Auch am Herosé-Park ist der Zugang erschwert

„Eng wird es auch bei Hochbetrieb am Slip beim Taubenhaus“, betont Menge. Die öffentliche Wasserungsstelle liegt am Seerhein in Sichtweite der Hochschule. Schräg gegenüber am Herosé-Park gibt es neben der Fahrradbrücke ebenfalls einen Rutsch. „Dort haben wir unsere kleinen Boote immer reingekriegt“, berichtet Menge. Aber wenn viele Menschen auf der Wiese liegen, werde es halt doch eng, fügt er an.

Auch für die Feuerwehr ist es manchmal schwer

„Wir hatten dieses Jahr schon einige Wasserrettungseinsätze, aber nicht so viel in den Strandbädern. Verkehr ist in Konstanz immer ein Problem; vor allem dann, wenn sich Verkehrsteilnehmer nicht umsichtig verhalten und nicht aus dem Weg gehen, was im Zweifel auch Leben kosten kann“, fasst Christopher Kutschker, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz, zusammen.

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„Unser neues Löschboot wird inzwischen auch zu allen Wasserrettungseinsätzen mitalarmiert. Dann wird als zweites entweder das Schlauchboot in Dingelsdorf oder das Mehrzweckboot im Seerhein beim Hallenbad hinzugezogen. Dort am Seerhein sind die Stellplätze für Autos knapp. Wir stellen dann unsere Autos so ab, dass sie möglichst wenig stören – auf dem Geh- oder Radweg. Aber der Einsatz geht vor“, sagt Kutschker nachdrücklich.

Auch die DLRG hat dort ein Boot

Da dort auch ein DLRG-Boot liegt, haben die Wasserretter ebenfalls Interesse an einer Verbesserung. Es gebe bereits Pläne dafür, die jedoch unter anderem wegen der Corona-Pandemie bisher nicht umgesetzt werden konnten, sagt Menge.

So sieht es im Rest des Landkreises aus

Anders als in Konstanz, sieht Michael Koch aus Bodman-Ludwigshafen, für den Rest des Landkreises wenig zu beanstanden. Koch ist für den DLRG-Bezirk Bodensee-Konstanz ehrenamtlich als Technischer Einsatzleiter tätig und so auch häufig selbst mit vor Ort. „Für den Rest des Landkreises sehe ich die die Situation bei der Zufahrt für die Rettungskräfte eher entspannt. Manchmal ist es zwar beschwerlich, aber dieses Jahr ist es zu keiner ernsthaften Behinderung gekommen“, fasst er zusammen.

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„Die meisten Boote liegen ständig im Wasser“, erläutert er. Manchmal wird die DLRG Bodman-Ludwigshafen zu Einsätzen in den Bodenseekreis gerufen. Da sei es manchmal auf der B31 schon schwierig schnell durchzukommen, erklärt Michael Koch.

In Sipplingen kommt man gut durch

„Kurz gesagt: nein“, antwortet Karl-Heinz Rimmele, Vorsitzender der DLRG Sipplingen, auf die Frage, ob seine Einsatzkräfte Schwierigkeiten hätten, zum Einsatz zu gelangen. Die Unterkunft an der Seestraße mit den nahe gelegenen Booten sei trotz vieler Besucher des Parks und des Naturbadestrandes immer gut zu erreichen. „Im Gegenteil, wenn eine Alarmierung ist, gehen die Leute auf die Seite“, sagt er zufrieden.

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Erleichtert wird die Erreichbarkeit durch eine Schranke, für die jede Einsatzkraft einen Schlüssel besitzt. „Wir haben auch genügend Parkplätze“, ergänzt Rimmele. Sein Dank geht insbesondere an Bürgermeister Oliver Gortat und den Gemeinderat, von denen die DLRG viel Unterstützung erfahre.

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