Viele Schweizer haben sicherlich auf diesen Tag gewartet: Die Einreisebestimmungen nach Deutschland werden wieder gelockert. Offiziell können ab heute die Eidgenossen wieder nach Deutschland einreisen, einkaufen, ihre Ausfuhrscheine stempeln lassen und die Mehrwertsteuer erstatten lassen. Aber wie viele Schweizer in den kommenden Tagen wieder zum Einkaufen in die Grenzregion kommen, ist unklar.

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Utz Geiselhart, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Südbaden, spricht von einem Blick in die Glaskugel: „Ob der Andrang von Anfang an in gewohnter Höhe kommt oder es erst einen Anlauf braucht, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.“ Auch Mark Eferl, Pressesprecher des Hauptzollamts Singen, will erst mal keine Prognose abgeben: „Zunächst bleibt abzuwarten, wie sich das Einkaufsverhalten nach der Grenzöffnung entwickeln wird.“

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Zollämter sind vorbereitet

Klar ist aber: Die Zollämter entlang der deutsch-schweizerischen Grenze sind vorbereitet. „Seitens des Hauptzollamts wurden alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die Abfertigungen nach der Grenzöffnung gewährleisten zu können“, erklärt Eferl. Der Schutz der Bürger sowie der eigenen Beamten habe oberste Priorität. Plexiglasscheiben an den Schaltern, Desinfektionsmittelspender in den Geschäftsräumen, Abstandsmarkierungen auf dem Boden und teilweise Einbahnstraßenregelungen in den Zollstuben sollen für den Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen.

Bild: Marinovic, Laura

„Die Vorkehrungen an den verschiedenen Zolldienststellen sind jeweils individuell gestaltet, da die Dienststellen baulich – und somit räumlich – teilweise sehr unterschiedlich sind“, erklärt Michael Hauck, ebenfalls Pressesprecher des Hauptzollamtes Singen.

Ausfuhrbelege sind vor Betreten der Abfertigungsgebäude auszufüllen

Die vielleicht wichtigste Maßnahme, die viele Schweizer überraschen könnte: „Um unnötig lange Aufenthalte in den Zollämtern oder Abfertigungsstellen zu vermeiden, sind die Ausfuhrbelege vor Betreten der Abfertigungsgebäude vollständig auszufüllen“, erläutert Eferl. Das bedeutet auch: Kugelschreiber werden in den Zollämtern nicht ausliegen. Auf alle Fälle sind die Zollämter gut vorbereitet – auch personell. Eferl: „Sollte der Andrang sehr groß werden, kann seitens des Hauptzollamts Singen auch mehr Personal eingesetzt werden.“

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Einen ersten Probelauf, wie man in Corona-Zeiten Ausfuhrscheine abgestempelt, haben die Beamten schon hinter sich. Seit dem 2. Juni bearbeiten die Zöllner wieder diese Scheine. Schweizer, die einen triftigen Grund für die Einreise ins Nachbarland hatten, durften auf dem Rückweg hier ihre Einkäufe erledigen. Nach Auskunft des Hauptzollamtes Singen hätten allerdings wenige davon Gebrauch gemacht.

In den Zollamtsgebäuden keine generelle Maskenpflicht

Nicht verpflichtend ist übrigens das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Bei der Bundeszollverwaltung bestehe keine generelle Maskenpflicht, so Hauck. „Gleichwohl sind die Beschäftigten angehalten, situationsabhängig dennoch einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen“, erklärt er. Den Reisenden selbst werde empfohlen, in den Zollamtsgebäuden einen Schutz über Mund und Nase zu ziehen.

Bild: Peter Rosa

Ungewohnt wird es für Schweizer, wenn sie in deutschen Geschäften einkaufen gehen wollen. Dort herrscht weiterhin Maskenpflicht – nicht so in der Schweiz. „Die Schweizer Kunden müssen sich daran gewöhnen, dass sie, anders als in der Schweiz, in den deutschen Geschäften Masken tragen müssen. Das ist ein Prozess, der sich einspielen muss“, erklärt Geiselhart vom Handelsverbands Südbaden.

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Sonderregelungen gibt es nicht

Am Prozedere des Abstempelns der grünen Zettel ändert sich derweil nichts. Die Belege müssten, wie bisher, vollständig ausgefüllt am Schalter vorgelegt werden. Die Zöllner stempeln sie ab. Sonderregelungen gebe es keine. Wie gehabt, müssten alle zur Ausfuhr angemeldeten Waren mitgeführt und nach Aufforderung vorgezeigt werden – so wie in guten alten Vor-Corona-Zeit.