Obwohl ihre Maschen mittlerweile bekannt sein dürften, haben Telefonbetrüger in den vergangenen Tagen in den Landkreisen Konstanz, Tuttlingen, Rottweil und im Schwarzwald-Baar-Kreis erneut versucht, ältere Menschen um ihr Geld und ihre Wertsachen zu bringen. Am Mittwoch, 10. August, gelang es ihnen so mindestens zweimal, die Angerufenen um beträchtliche Beträge zu betrügen.

Opfer hebt das Geld sogar selbst ab

Wie das Polizeipräsidium Konstanz mitteilte, rief gegen 15 Uhr ein angeblicher Beamter des Polizeireviers Konstanz eine 84-jährige Frau an. Er erzählte ihr zunächst die Geschichte von der Festnahme mehrerer Einbrecher, die in der Gegend unterwegs gewesen seien. Nach dem ersten Telefonat meldete sich dann eine angebliche Mitarbeiterin der Hausbank der 84-Jährigen, die die Geschichte bestätigte und der Frau zudem weismachte, dass eine weitere Mitarbeiterin der Bank Teil dieser Bande sei.

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Die betreffende Kollegin habe Zugriff auf das Konto der Seniorin und würde das darauf befindliche Geld zeitnah nach Bulgarien transferieren. Um dies zu verhindern, solle die 84-Jährige ihr Geld schnellstmöglich von der Bank holen und zu Hause verwahren. Dieser Aufforderung kam die Frau nach und hob in der Folge einen fünfstelligen Betrag von ihrem Konto ab.

Ältere Menschen sind die bevorzugten Opfer der Telefonbetrüger, die sich dazu unter anderem an den Vornamen in Telefonverzeichnissen ...
Ältere Menschen sind die bevorzugten Opfer der Telefonbetrüger, die sich dazu unter anderem an den Vornamen in Telefonverzeichnissen orientieren. | Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Anschließend kam ein weiterer Anruf, dass das Geld nun noch auf Echtheit überprüft werden müsse. Dafür komme ein weiterer Mitarbeiter der Bank vorbei und nehme es in Empfang. Die Seniorin übergab die Scheine schließlich – wie gefordert – dem unbekannten Mann.

Das Märchen vom schweren Unfall

Kurz zuvor hatten die Telefonbetrüger bei einer 90 Jahre alten Frau angerufen und ihr eingeredet, dass ihre Enkelin einen schweren Unfall hatte und sich nun in einer finanziellen Notlage befinde. Um eine Freiheitsstrafe zu verhindern, müsse eine Kaution gestellt werden. In gutem Glauben, ihrer Enkelin damit zu helfen, übergab die alte Dame kurz darauf ebenfalls Geld und Wertgegenstände im fünfstelligen Wert an einen Abholer.

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Glücklicherweise hätten viele der Angerufenen die Intention der Betrüger aber erkannt, so das Polizeipräsidium in seiner Pressemitteilung. Sie beendeten das Telefonat oder nahmen direkt Kontakt zu den angeblich in Not befindlichen Angehörigen auf.

Die Polizei warnt nochmals eindringlich vor angeblichen Polizisten, die ihre Opfer über das Telefon ausfragen oder sogar zur Herausgabe von Geld und Wertsachen verleiten. „Die echte Polizei nimmt niemals Geld, wertvolle Münzen oder sonstige Wertsachen in Empfang, schon gar nicht an der Haustür“, betont Sprecherin Katrin Rosenthal.

„Nicht unter Druck setzen lassen“

Bei den sogenannten Schockanrufen rät die Polizei, aufzulegen und über die bekannte Nummer mit Sohn, Tochter, Enkel oder Nichte direkt Kontakt aufzunehmen. Auch wenn man sie nicht sofort erreicht, sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen und sich zunächst bei Bekannten oder der Polizei Rat holen.

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„Egal, ob sich der Anrufer als Enkel, Polizeibeamter, Microsoftmitarbeiter oder in einer WhatsApp mit fremder Nummer als Sohn oder Tochter ausgibt und um eine Überweisung, Bargeld oder Wertsachen bittet, hinter jedem Anruf oder jeder Nachricht steckt der Versuch krimineller Banden, auf unlautere Art und Weise an das Vermögen ihrer Opfer zu gelangen“, betont Rosenthal. Infos zum Schutz vor diversen Betrugsmaschen gebe es auch im Internet unter www.polizei-beratung.de.