Katja Thönig bringt es auf den Punkt: „Wir sehen noch keine Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt“, sagt die Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg über die Septemberbilanz. Die Zahl der Arbeitslosen habe sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Gleichzeitig lägen die Angebote an offenen Arbeitsstellen deutlich hinter den Zahlen der Vorjahre. Die Corona-Pandemie wirkt sich noch voll auf den Arbeitsmarkt aus.

Katja Thönig aus der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg: „Wir sehen noch keine Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt.“
Katja Thönig aus der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg: „Wir sehen noch keine Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt.“ | Bild: Agentur für Arbeit KN

Unter der Landesquote

Die Arbeitlosenzahl sei im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg im September unverändert bei 3,9 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Die Quote in Baden-Württemberg habe 4,6 Prozent betragen. Der Bodenseekreis habe mit 3,3 Prozent den zweitbesten Wert im Land, der Landkreis Ravensburg lag bei 3,5 Prozent. Der Wert für den Landkreis Konstanz sieht da schon anders aus. Er lag im September bei 4,7 Prozent. 3343 Frauen und 4271 Männer seien als arbeitslos gemeldet gewesen. Das waren 2633 Arbeitslose mehr als im September 2019. Im gesamten Bezirk Bodensee-Oberschwaben waren im September 17.551 Menschen auf Suche nach einem Job, im August waren es 17.788.

Weitere Anmeldung für Kurzarbeit

Ein Grund für die erhöhte Zahl an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr ist die Corona-Pandemie. Diese hatte auch erhebliche Anmeldungen zur Kurzarbeit als Folge. Im September seien 76 neue Anzeigen bei der Arbeitsagentur Konstanz-Ravensburg eingegangen für maximal 699 Frauen und Männer. Somit seien von März bis September insgesamt 8537 Anzeigen auf Kurzarbeit von Betrieben vorgelegen – für fast 158.000 Menschen.

Erste Abrechnung für März

Für den ersten Monat in der Corona-Pandemie lägen nun endgültige Zahlen vor, da alle Melde- und Abrechnungsfristen inzwischen abgelaufen seien. „Demnach haben im März 3557 Betriebe Kurzarbeit umgesetzt und mit der Agentur für Arbeit abgerechnet. Es befanden sich 23.584 Frauen und Männer in Kurzarbeit„, erklärte die Arbeitsagentur. Im Februar waren noch 1160 Menschen in Kurzarbeit.

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