Es ist eine dieser Wochen, in der alle sorgenvoll auf die Entwicklung blicken. Philipp Gärtner, erster Landesbeamter im Kreis Konstanz, spricht in der Corona-Pressekonferenz von einer „Seitwärtsbewegung“. Will heißen: An den Inzidenzwerten verändert sich im Moment nicht allzu viel. Sicher ist nur, sie liegen deutlich über 100.

Vorerst keine Ausgangssperre

Eine Ausgangssperre, die viele befürchten, wird es vorerst nicht geben. „Ab einer Inzidenz von 100 ist es möglich, eine Ausgangssperre einzuführen – wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen“, sagt Philipp Gärtner. Da die Inzidenz aber nicht sprunghaft ansteige, gebe es im Moment keine Veranlassung dazu. „Wir bewerten das kontinuierlich.“

Landkreis will Modellregion werden

Landrat Zeno Danner hat sich in einem Schreiben beim Sozialministerium darum bemüht, Modellregion zu werden – wie es etwa die Stadt Tübingen praktiziert. Dies soll vorsichtige Öffnungen bei Handel, Gastronomie und Kultur ermöglichen. Voraussetzung sei die Möglichkeit zu regelmäßigen Tests. Eine Antwort steht noch aus.

Die Lage in den Kliniken

Am Konstanzer Krankenhaus habe man neue Kapazitäten geschaffen, sodass man sich jetzt im „Pandemie-Regelbetrieb“ befinde, sagt Markus Schuchmann, Ärztlicher Direktor. Im Moment sind 18 Covid-19-Patienten am Klinikum aufgenommen, drei auf der Intensivstation. „Die Patienten sind deutlich jünger als in der ersten und zweiten Welle“, sagt Schuchmann, es seien 30-, 59-Jährige und 66-Jährige.

Man habe es unverkennbar mit einem „anderen Virus“ zu tun, das deutlich ansteckender sei. Deshalb überwache das Klinikum die Regeleinhaltung wieder genauer, besonders das Besuchsverbot. Bei Mitarbeitern, die die erste Impfung mit Astrazeneca bekommen hatten, sei es vereinzelt zur Ansteckung gekommen, nie aber zu einem schweren Verlauf. Insgesamt sind inzwischen 75 Prozent der Mitarbeiter des Gesundheitsverbunds Kreis Konstanz geimpft.

Kliniken Singen und Radolfzell

In den Krankenhäusern in Singen und Radolfzell seien im Moment 30 Patienten stationär aufgenommen, davon sieben auf der Intensivstation, fünf beatmet, berichtet Andreas Trotter, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik am Klinikum Singen. „Gestern hatten wir zehn Patienten auf der Intensivstation, das ist die Grenze der Kapazität“, sagt Trotter.

Wie es mit den Impfungen weitergeht

Inzwischen haben im Kreis Konstanz mehr als 24.428 Impfungen stattgefunden (Stand: 27. März), berichtet Philipp Gärtner. In vielen Gemeinden, unter anderem in Moos, Tengen, Reichenau, Konstanz und Radolfzell, seien in den nächsten Wochen „Impftage“ geplant, an denen mobile Teams in die Gemeinden kommen und Senioren über 80 Jahren impfen. An den Osterfeiertagen werde das Kreisimpfzentrum in Betrieb bleiben, geschlossen sei es nur am Ostersonntag. Nach Ostern seien auch Hausärzte mit Impfstoff ausgestattet.