Die Stimmung im Landratsamt ist mau. Zum einen steigen im Kreis die Zahlen der mit dem Sars-Cov-2-Virus Infizierten und die der Sieben-Tage-Inzidenz, die vom Landesgesundheitsamt gemeldet wird, nähert sich der kritischen 100er-Marke. Zum anderen ist seit Montag die Impfung mit dem Stoff der Firma Astrazeneca gestoppt. Die Impfungen werden ausgesetzt, weil in wenigen Fällen bundesweit Sinusvenenthrombosen in zeitlicher Nähe zur Impfung aufgetreten sind.

Was passiert mit den Impfterminen?

„Damit fallen die geplanten Astrazeneca-Impftermine am Mittwoch, Donnerstag und Montag aus“, sagt Landrat Zeno Danner in der wöchentlichen Corona-Konferenz. „Wir lassen die Termine aber nicht einfach verfallen, sondern kontaktieren die Personen und verschieben die Termine möglichst.“ Betroffen seien etwa 1200 Menschen, vor allem aus jenen Berufsgruppen, die nun impfberechtigt seien: Erzieher, Lehrer, Polizisten.

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Zudem will das Landratsamt den somit frei gewordenen Donnerstag auffüllen mit impfberechtigten Personen aus den Wartelisten, wie Zeno Danner erläutert. Diese hätten bisher zusätzliche Samstagstermine angeboten bekommen. Es handelt sich hauptsächlich um Senioren, die mit Biontech-Impfstoff versorgt werden. „Wir müssen dazu etwa 400 Personen telefonisch oder per Mail erreichen.“

Die Lage an den Kliniken

Überlastet sei das Klinikum Konstanz noch nicht, sagt Marcus Schuchmann, ärztlicher Direktor am Klinikum. „Wir befinden uns im Pandemie-Regelbetrieb zu Beginn der dritten Welle.“ Stationär am Konstanzer Krankenhaus seien zwölf Covid-Patienten aufgenommen, zwei auf der Intensivstation, einer davon beatmet. „Vier Patienten sind älter als 80 Jahre, aber einer ist in den 40ern“, sagt Schuchmann. In der vergangenen Woche seien einige Patienten verstorben. Mit Sorge beobachte man am Klinikum, dass die Impfkampagne ins Stocken gerate.

So sieht es am HBK Singen aus

Am Singener Hegau-Bodensee-Klinikum befänden sich aktuell 25 Patienten in Isolation, davon 13 in Singen, 12 in Radolfzell, berichtet Frank Hinder, Ärztlicher Direktor. Fünf Patienten in Singen würden auf der Intensivstation behandelt. „Zwei haben wir allerdings nach Freiburg verlegt, um weitere Patienten aufnehmen zu können.“ Sorge bereite ihm, dass die stationären Covid-Patienten zunehmend jünger seien. „Wir haben 30-, 40-, 50- und 70-Jährige.“

Die dritte Welle könnte sehr unangenehm werden

Vor der dritten Welle seien nicht so viele Jüngere infiziert gewesen, das sei vor allem auf die deutlich ansteckendere britische Mutation zurückzuführen. Hinder hegt Befürchtungen in Bezug auf die nahe Zukunft: Die Lage könne Mitte April sehr kritisch werden, sofern man mit der Impfkampagne nicht rasch vorankomme. Bisher sind 582 Fälle der britischen Virusmutation im Kreis Konstanz bestätigt worden, wie Zeno Danner erklärt.