„Wenn ich schimpfe, dann auf Arabisch“, sagt Zeinab Nahlé. Sie ist dreifache Mutter und Lehrerin für Wirtschaft und Mathematik. Seit drei Jahren unterrichtet sie zusätzlich Arabisch auf ehrenamtlicher Basis. Zeinab Nahlé bewarb sich erfolgreich 2019 bei der Erstauflage von „Mitmachen! – Vielfalt stark machen“- es handelt sich um ein Projekt, bei dem das Landratsamt Geflüchteten und Migranten bei der Umsetzung von Ideen hilft. Jetzt, nach der zweijährigen Pause wegen der Pandemie, sucht das Landratsamt erneut Engagierte, die sich daran beteiligen wollen.

Bandbreite der Möglichkeiten ist riesig

Das Besondere: Melden können sich Eingewanderte, die eine konkrete Projektidee haben. Sie können zu Ideenwerkstätten nach Konstanz oder Singen kommen. Diese finden am Mittwoch, 6. Juli, ab 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Landratsamts in Konstanz (Benediktinerplatz 1) und am Montag, 11. Juli, um 17 Uhr im Singener Wichernsaal (Freiheitsstraße 36) statt. Die Spannweite für mögliche Förderungen ist riesig: Es können Kurse sein zum Beispiel im Malen, am Computer, im Nähen oder im Sport, aber auch Aktionen wie Poetry Slam, Wanderungen, Kochabende. Das Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

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Zeinab Nahlé hörte durch Zufall von der Projektförderung. Inzwischen werden in verschiedenen Gruppen Fünf- bis 18-Jährige bei drei verschiedenen Lehrkräften unterrichtet. Das Landratsamt übernimmt die Raummiete in der Theodor-Heuss-Realschule und es trägt die Anschaffungskosten von Büchern, Spielen sowie Arbeitsheften.

Zeinab Nahlé, die wegen ihrer Heirat im Jahr 1999 aus dem Libanon nach Deutschland kam, kennt das vielsprachige Aufwachsen. In ihrer früheren Heimat lernten die Kinder neben Arabisch in jedem Fall auch Englisch oder Französisch. In Deutschland erlebte sie, dass Kinder und Jugendliche aus dem arabischen Raum ihre Muttersprache nicht mehr richtig verstanden. Es gab für sie keine Arabisch-Kurse. Sie änderte das.

Chance für Kinder zum lockeren Spracherwerb

„Wir leben in einer Welt, in der es wichtig ist, mehrere Sprachen zu können“, sagt Zeinab Nahlé. Auch deutsche Kinder, die Arabisch lernen wollten, seien willkommen. Und es seien auch welche gekommen, etwa Freunde ihrer drei Kinder. Ihre Erfahrung: Die jungen Menschen lernten in einer Gruppe schneller. Zwei Stunden in der Woche reichten aus, um das Arabische zu fördern.

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In der ersten Runde hatte das Landratsamt zehn Projekte gefördert. Luisa Klatte vom Amt für Integration und Migration hofft, dass sich nach der zweijährigen Pause neue Interessenten finden (weitere Infos und Anmeldungen per Mail: Alaa.SharafAldien@lrakn.de oder Luisa.Klatte@lrakn.de).