Genau vier Infektionsfälle der Delta-Mutation hat es im Kreis bisher gegeben. Ein Patient ist noch krank, die anderen sind bereits genesen. Das ist eine im Vergleich zu anderen Regionen verschwindend geringe Zahl. In den Krankenhäusern im Kreis werden im Moment keine Covid-19-Patienten behandelt. Doch Hannes Winterer, Leiter des Gesundheitsamts, sagt es deutlich in der Corona-Konferenz des Landratsamts: „Wie es aussieht, haben wir diese Fälle im Griff. Aber die Delta-Variante kommt trotzdem.“

Wie kann man weiter zum Impfen motivieren?

Da wohl niemand Interesse an einer vierten Welle mit einem erneuten Lockdown hat, versucht Landrat Zeno Danner alles, was in seinen Möglichkeiten steht, um eventuelle Impfzauderer vom Nutzen der Anti-Corona-Impfung zu überzeugen.

  • Die Studie: Stefan Bushuven, Krankenhaushygieniker am Gesundheitsverbund Konstanz, erläutert eine Studie, die auf die unmittelbare Zukunft weist: Experten des Robert-Koch-Instituts rechnen darin aus, welches Szenario bei bestimmten Durchimpfungsquoten zu erwarten ist. Bei einer bundesweiten Impfquote von 65 Prozent wäre etwa zu erwarten, dass zeitgleich 6000 Intensivbetten gebraucht würden – zu viel für das Gesundheitssystem. Daher wäre eine deutlich höhere Impfquote wünschenswert.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Die Lage in den Arztpraxen: Sie gestaltet sich kompliziert. Die neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission, dass Astrazeneca-Geimpfte bei der Zweitimpfung einen mRNA-Impfstoff erhalten solle, bereite etliche logistische Schwierigkeiten, sagt Petra Zantl, Allgemeinärztin in Konstanz. Zum einen wollten nun viele Patienten einen früheren Termin für den mRNA-Impfstoff. Zum anderen sei die Dosierung nun noch schwieriger, da die Astrazeneca-Fläschchen etwa fünf Impfungen enthielten, Biontech-Fläschchen aber sechs. Die Gefahr, Impfstoff entsorgen zu müssen, steige. Eine unkomplizierte Möglichkeit, zu einem Impftermin zu kommen, sei die kreisweite Plattform der Hausärzte: www.sofort-impfen.de
  • Pläne des Landratsamts am KIZ: Da inzwischen ausreichend Impfstoff vorhanden ist, bietet das KIZ freie Impftermine am Donnerstag, 8. Juli, für Personen ab 18 Jahren mit dem Impfstoff Astrazeneca an. Sie seien nicht über die Service-Nummer 116 117, sondern nur über das digitale Impfportal www.impfterminservice.de zu buchen, erläutert Danner. Die Altersangabe (über 60 Jahre) dürfe man ignorieren, im System müsse man das eigene Alter also als älter als 60 Jahre angeben.
  • Pläne des Landratsamts bezüglich der Jugend: Danner möchte, dass Jugendliche und junge Erwachsene schnell ein Impfangebot bekommen. In Planung ist eine Impfung an Berufsschulen, die in der Trägerschaft des Landkreises sind. Ziel ist es, den Schülern kurz vor den Sommerferien die Erst- und kurz nach Schulbeginn die Zweitimpfung anzubieten.