Simon Conrads und Julia Sondermann

Huhn Erna verschwindet aus der Eigeltinger Lochmühle und Seniorchef Anton Bihler setzt alles in Bewegung, um sein Federvieh wieder zu finden. Schließlich taucht das auffällige Huhn in Beringen im Kanton Schaffhausen wieder auf – 45 Kilometer von Eigeltingen entfernt. Doch das ist nicht das Ende der Geschichte.

Huhn Erna lebt eigentlich auf der Lochmühle in Eigeltingen, doch plötzlich war das Huhn weg.
Huhn Erna lebt eigentlich auf der Lochmühle in Eigeltingen, doch plötzlich war das Huhn weg. | Bild: Anton Bihler/Hotel & Restaurant Lochmühle GmbH | SK-Archiv

Noch immer ist nicht geklärt, wer Erna ins Nachbarland brachte – und wie sie wieder nach Hause kommt, steht ebenfalls noch in den Sternen. Denn die Rückführung wird kompliziert: Veterinärrechtlich hätte Erna die Grenze gar nicht erst passieren dürfen, weshalb sie nun vorerst bei einer Schweizerin in Obhut bleibt.

Über ähnliche Geschichten, die sich diesseits oder jenseits der Grenze abgespielt haben, hat der SÜDKURIER in den letzten Jahren immer wieder berichtet. Hier ein kleiner Überblick über Zollkontrollen, die tierische Überraschungen bereithielten.

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Sechs Esel auf der Ladefläche eines Transporters entdeckten die Schweizer Grenzbeamten im Sommer 2021. Erst gelang es einem Lieferwagenfahrer mit französischem Kennzeichen, die langohrigen Nutztiere über die Schweizer Grenze zu bringen. Doch auf seinem Weg durch das Nachbarland wurde er von der Eidgenössischen Zollverwaltung (EVZ) aber doch noch erwischt. Wegen fehlender Papiere für seine kuschelige, graue Fracht musste der Mann 1200 Franken Strafe zahlen.

Sechs geschmuggelte Esel fand die Eidgenössische Zollverwaltung in einem Lieferwagen.
Sechs geschmuggelte Esel fand die Eidgenössische Zollverwaltung in einem Lieferwagen. | Bild: EZV | SK-Archiv

Von den Eseln zu den Rössern und einer interessanten Information für Pferdefreunde: Wer im Sattel auf seinem Vierbeiner die Grenze überreiten möchte, muss ebenfalls beim Zoll vorstellig werden. Das kuriose Verfahren namens „Zollanmeldung für die vorübergehende Verwendung“ hat sich SÜDKURIER-Autor Uli Fricker von der Öhningener Reiterin Judith Wiedenbach genau erklären lassen.

Auch Rassehunde und -katzen werden entdeckt

In der Hochphase der Pandemie war zwar ein Rückgang der Ausfuhrbescheinigungen bemerkbar. Dennoch gab es im Herbst 2020 ein tierisches Zollerlebnis. Grenzwächter waren überrascht, als sie in einem Kofferraum sieben junge Rassekatzen und zwei Hundewelpen fanden.

Diese Rassekatzen entdeckten die Zöllner im Oktober 2020.
Diese Rassekatzen entdeckten die Zöllner im Oktober 2020. | Bild: HZA Singen | SK-Archiv

Zwar spiele der Welpenhandel für das Hauptzollamt Singen keine zentrale Rolle, wie Pressesprecher Mark Eferl bereits 2020 erklärte. Für die Polizei Konstanz ist das Geschäft mit jungen Hunden allerdings ein großes Thema: Hunde aus illegalen Zuchtstationen in Bulgarien und Serbien werden immer wieder auf Parkplätzen in Nähe der Schweizer Grenze entdeckt. Dort soll eigentlich die Übergabe an neue Besitzer erfolgen.

Während der Pandemie sind die Preise für Rassehunde nach oben geschnellt, weshalb sich Kaufinteressierte aus Deutschland auch in der Eidgenossenschaft umgeschaut haben. Möchte man beim Transport des neuen Haustiers nicht in Konflikt mit den Grenzwächtern geraten, gilt es einiges zu beachten: Heimtierausweise, Chips und den gemeinsamen Veterinärraum mit der Schweiz.

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Wellensittiche verpfeifen ihren Schmuggler

Und auch dieser Fall von Schmuggel ist den Zöllnern des Hauptzollamts Singen in Erinnerung geblieben: Im November 2018 fanden sie im Kofferraum und auf der Rücksitzbank des Autos zwei Transportkäfige mit 18 Wellensittichen. Ihr Wert: rund 7000 Euro. Der Fahrer, der über die Autobahnanschlussstelle Geisingen aus der Schweiz nach Deutschland einreisen wollte, hatte keine Chance seine illegale Fracht zu verheimlichen. Die kleinen Papageien verpfiffen ihn – im wahrsten Sinn des Wortes.

„Das Pfeifen der Vögel war selbst außerhalb des Fahrzeugs noch gut zu hören“, schrieb das HZA damals in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Bei der weiteren Befragung des Mannes räumte dieser dann schnell ein, die wertvollen Zuchttiere ohne die erforderliche Zollabfertigung aus der Schweiz nach Deutschland geschmuggelt zu haben.“ Gegen den 44-Jährigen wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Außerdem hatte er knapp 1300 Euro Einfuhrabgaben zu bezahlen.

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