„Wir haben leicht sinkende Fallzahlen“, berichtet Stefan Basel, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts, bei der Corona-Konferenz. Gleichzeitig könne die Kreisverwaltung durch das Ende der Schutzmaßnahmen das Infektionsgeschehen nur noch in geringem Maße steuern.

  • Lage an den Kliniken:„Die Zahlen sind leicht rückläufig, die Lage ist aber weiter sehr angespannt“, erläutert Marcus Schuchmann, Ärztlicher Leiter am Konstanzer Klinikum. Derzeit seien 14 Covid-19-Patienten auf der Normalstation, ein Patient werde auf der Intensivstation behandelt und beatmet. „Wir haben ein breites Geschehen, aber vor allem erhebliche Personalausfälle“, sagt Schuchmann. Deswegen sei die Zahl der Betten reduziert. Frank Hinder bestätigt dies für die Hegau-Bodensee Kliniken in Radolfzell und Singen. Insgesamt seien 22 Patienten mit Covid-19 in den Kliniken, 12 in Radolfzell, zehn Patienten in Singen, davon vier auf der Intensivstation. Zwei Patienten litten an einer Lungenentzündung und würden beatmet. Auch in Singen fielen viele Pflegekräfte aus. Die BA2-Variante von Omikron sorge dafür, dass die meisten Erkrankten zwischen zehn und 14 Tage krank geschrieben würden. Auch in Singen seien Bettenschließungen die Folge. Am Gesundheitsverbund halte man wegen der vielen Erkrankungen daran fest, jeden Mitarbeiter täglich zu testen.
  • Hoher Bedarf an stationärer Behandlung: Nicht nur Covid-Erkrankungen machen den Kliniken Sorgen. Aktuell habe das Singener Krankenhaus einen enormen Zustrom an Patienten. Etwa 100 Personen meldeten sich täglich zur Aufnahme. „Davon nehmen wir nur 30 bis 40 Prozent auf, normalerweise sind es bis zu 60 Prozent“, sagt Hinder. Die Erkrankungen variierten von Verletzungen über Magen-Darm-Infekt bis zu Schlaganfällen.
  • Wie sich die BA2-Variante auswirkt: Die Klinikärzte sprechen von relativ milden Verläufen. „Das hängt mit der Impfung zusammen und damit, dass es inzwischen bessere Medikamente gibt“, sagt Schuchmann. Etwa ein Drittel der Patienten sei unter 60 Jahre alt. Schwere Verläufe gebe es meist nur bei Personen, die durch eine Vorerkrankung bereits geschwächt seien. Bei den Symptomen unterschiede sich BA2 von den Erkrankungen der ersten und zweiten Welle. Im Vordergrund stehe nicht mehr die Lungensymptomatik, die Erkrankten klagten über frühe Hals- und Kopfschmerzen und eine extreme Müdigkeit.
  • Berufsbezogene Impfpflicht: Etwa 750 Personen sind laut Stefan Basel dem Gesundheitsamt gemeldet worden, die in einer Pflegeeinrichtung arbeiten, aber nicht immunisiert sind. Bislang wurde noch kein Betretungsverbot ausgesprochen. Vorerst werden die jeweiligen Arbeitgeber zu den Einzelfällen angehört, bevor entschieden wird, ob der Mitarbeiter seiner Arbeit weiter nachgehen kann.