Für Büsingen beginnt erneut eine Ära. Nur acht Jahre nach Gunnar Langs Abschied als Bürgermeister der Exklavengemeinde, gilt es seinen Nachfolger Markus Möll zu verabschieden.

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Nun muss Bürgermeister-Stellvertreter Roland Güntert für ein paar Monat das Heft in die Hand nehmen. Mölls Amtszeit ist regulär bereits abgelaufen. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde die Wahl verschoben. Güntert bittet um Fairness und Respekt für die Neugewählte und sagt, dass für ihn die Freude auch einen Beigeschmack habe.

Roland Güntert, stellvertretender Bürgermeister leitet das Rathaus bis Jahresende.
Roland Güntert, stellvertretender Bürgermeister leitet das Rathaus bis Jahresende. | Bild: Wolfgang Schreiber

Er denkt dabei an Möll, mit dem er, als Vorsitzender der Bürgerinitiative Büsingen, viele Reisen nach Berlin und Bern gemacht hat und sich dort für gerechte Steuern der Büsinger bei den Ministerien eingesetzt hat.

Margrith Güntert, weder verwandt noch verschwägert mit dem stellvertretenden Bürgermeister, hält einen großen Blumenstrauß in ihren Händen, den ihr zuvor ihre Tochter Vera Schraner in die Hände gedrückt hat.

Margrith Güntert: Ihre Tochter ist die neue Bürgermeisterin
Margrith Güntert: Ihre Tochter ist die neue Bürgermeisterin | Bild: Wolfgang Schreiber

Die muss die Ellenbogen frei haben, um all die Gratulationen und Glückwünsche der vielen Büsingerinnen und Büsinger Corona-gerecht entgegen zu „ellenbögeln“. Vera Schraner ist die mit 259 Stimmen gewählte, neue Bürgermeisterin Büsingens. Sie sei überwältigt und erfreut, verrät Margrith Güntert. In die Freude der Mutter, die die Wahl als ein „mittleres Wunder“ bezeichnet, fällt ein Tropfen Sorge, ob die Tochter das Amt bewältigen wird. „Wir werden sie unterstützen“, verspricht sie und als Messnerin der Bergkirche kontert sie den gut gemeinten Hinweis: „Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch den Verstand“, mit der Bemerkung: „Das gilt hoffentlich auch für Frauen.“

Ursula Barner hat den Wahlausschuss geleitet.
Ursula Barner hat den Wahlausschuss geleitet. | Bild: Wolfgang Schreiber

Ursula Barner signalisiert Erleichterung. Ihr und ihrem Frauenteam des Gemeindewahlausschusses ist eine reibungslose Wahl des Bürgermeisters beziehungsweise der Bürgermeisterin gelungen. Keine leichte Aufgabe in Zeiten der Pandemie. Sie freut sich, dass so viele Wählerinnen und Wähler der Empfehlung des Aussschusses gefolgt sind, und die Briefwahl genutzt haben.

Ingrid Karsei hat sich Vera Schraner als Bürgermeisterin gewünscht.
Ingrid Karsei hat sich Vera Schraner als Bürgermeisterin gewünscht. | Bild: Wolfgang Schreiber

Ingrid Karsai, langjährige Präsidentin der Damenriege des Turnvereins, hat gewünscht, dass Vera Schraner zur Bürgermeisterin gewählt wird. Jetzt hofft sie, dass die Kontakte mit dem Kanton Schaffhausen, mit Bern und Berlin ausgebaut werden. Denn nur wenn für Büsinger, die in der Schweiz arbeiten, gerechtere Steuern gelten, werden junge Büsinger, die in die Schweiz gezogen sind, ins Dorf zurückkehren.

Lukas Evi hat wie Vera Schraner für den Gemeinderat kandidiert.
Lukas Evi hat wie Vera Schraner für den Gemeinderat kandidiert. | Bild: Wolfgang Schreiber

Lukas Evi fand die Wahl spannend: Für ihn war lange nicht klar, wer den Sieg davontragen wird. Er setzt großes Vertrauen in Vera Schraner. Sie werde Dorf und Amt mit der Zeit schon in den Griff bekommen, sagt er zuversichtlich.

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