Die jüngste Zahl des Landesgesundheitsamts kommt am Donnerstagabend nach den Steigerungen der vergangenen Tage für viele Beobachter unerwartet. Während sich Händler, Schulen, Kindergärten und viele andere potenziell betroffene Einrichtungen schon auf einen härteren Lockdown eingerichtet haben, bleibt der Kreis Konstanz davon für den Moment noch verschont. Kurz nach 19 Uhr veröffentlichte das Landesgesundheitsamt seinen Sieben-Tage-Inzidenzwert. Dieser ist für die Pandemie-Maßnahmen der Behörden entscheidend. Er liegt im Kreis Konstanz demnach per 18. März, 16 Uhr, bei 96,4.

Nach zwei Tagen knapp über 100 (Dienstag 102, Mittwoch 103) hätte ein dritter Tag in Folge mit einer Corona-Inzidenz über dem Grenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen unter anderem zur Folge gehabt, dass weite Teile des Einzelhandels wieder hätten geschlossen werden müssen. Auch für Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen und damit für fast alle Familien hätte die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Notbremse erhebliche Folgen haben können. Hier besteht also Anlass zu einem vorsichtigen Aufatmen.

Weil der Grenzwert mit den Zahlen vom Donnerstag wieder unterschritten ist, beginnt die Zählung der kritischen Tage neu. Das bedeutet, dass eine vom Landesgesundheitsamt festgestellte Sieben-Tage-Inzidenz über 100 am Freitag, Samstag und Sonntag zur Folge hätte, dass das Landratsamt zu Beginn der nächsten Woche die im Notbremse-Mechanismus verankerten Maßnahmen ergreifen müsste. Landrat Zeno Danner (parteilos) hatte die Menschen im Landkreis in der Vergangenheit mehrfach dazu aufgefordert, alles zu tun, um es nicht so weit kommen zu lassen. Insbesondere bei den sozialen Kontakten gelte es mehr denn je, verantwortungsbewusst zu handeln.