2020 ist für viele Geschäftszweige ein hartes Jahr – auch für die Volkshochschule (VHS) im Kreis Konstanz. Mit rund einer halben Million Euro Verlust rechnet die Bildungseinrichtung in diesem Jahr. Grund ist neben etlichen Kursausfällen auch der erhöhte Aufwand bei der Umsetzung der neu erlassenen Hygienekonzepte. Das geht aus einem Bericht im Verwaltungs- und Finanzausschuss (VFA) des Kreistages Konstanz hervor. Jetzt überlegen die Verantwortlichen in der VHS, wie man sich neu strukturieren und auch Geld einsparen kann.

Die Reserven der VHS reichen zwar noch, um bis in den April 2021 zu kommen, aber die Einrichtung brauche dennoch Unterstützung durch den Landkreis und die Kreisstädte. Deshalb haben die Mitglieder der VFA beschlossen, dass die Förderung um 127.000 Euro auf 505.000 Euro erhöht wird. Die Städte Singen und Radolfzell hätten ihre anteilige Erhöhung an der Förderung auch bereits beschlossen; Stockach und Konstanz stehen noch aus. Träger der Volkshochschule Landkreis Konstanz sind der Landkreis Konstanz sowie die Städte Konstanz, Singen, Stockach und Radolfzell. 1,389 Millionen Euro braucht die VHS, um im kommenden Jahr ihren Betrieb weiterführen zu können.

VHS muss künftig mit weniger Geld auskommen

Wie wichtig die VHS ist, machen Walafried Schrott (SPD), Bernd Häusler (CDU) und Christiane Kreitmeier (Grüne) deutlich. Dennoch solle man die Struktur der VHS genauer untersuchen, „damit die VHS zukünftig mit weniger Geld auskommt“, schlussfolgern einige Räte und Landrat Zeno Danner. Letztlich stimmt eine Mehrheit der Kreisräte der zusätzlichen Förderung zu.

Konkrete Pläne, wie sich der Verein strukturell verändern kann, gibt es schon. Das bestätigt Stephan Kühnle von der VHS: „Die Einsparungen sollen durch die Abschaffung des gedruckten Programmheftes, die Umstrukturierung der Verwaltung und auch durch die Neuausrichtung des Fachbereichs Politik und Gesellschaft erzielt werden.“

Ab 1. Dezember liegen die neuen Kursangebote vor

Das Programm für 2021 wird an langjährige Kunden per Post geschickt und im Landkreis ausliegen. Online abrufbar sind die neuen Kursangebote ab dem 1. Dezember auf der Homepage der Einrichtung. Umgestaltet werde aber auch das Vortragsangebot. Eine geringere Anzahl von Schwerpunktveranstaltungen mit überregional bekannten Referenten werde das Profil des Fachbereichs bilden.

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Wie es jetzt im Dezember weitergeht, ist noch nicht ganz sicher. „Die VHS muss hierfür die weiteren Beschlüsse auf Bundes- und Landesebene abwarten. Aktuell sind insbesondere die Bewegungskurse betroffen, die zu einem Teil online weitergeführt werden. Sofern diese Kurse ab Dezember wieder möglich sind, werden sie auch unter den inzwischen gewohnten Hygiene- und Abstandsregeln weitergeführt“, sagt Stephan Kühnle.