Jeder, der im Kreis Konstanz mal Richtung Alpen geschaut hat, kennt den weißen, rundlichen Gipfel in der Ferne. Der Säntis ist an guten Tagen weithin zu erkennen. Mit 2502 Metern über dem Meeresspiegel ist der Säntis der höchste Berg im Alpstein (Ostschweiz). Jeder kennt ihn also, aber woher kommt eigentlich sein Name?

Zum ersten Mal schriftlich taucht der Name des Berges im neunten Jahrhundert auf. Damals allerdings noch unter dem Name Sambutinus, Sambatina oder Sambiti. Hierbei handelt es sich um einen rätoromanischen Eigennamen, der so viel bedeutet wie „der Samstag Geborene“. Damit war wohl aber zunächst eine am Berghang gelegene Alp bezeichnet worden. Erst später würde der Name auf den Berg übertragen. Aus Sambutinus wurde Semptis oder Sämptis.

Forscherdrang im 17. Jahrhundert

Schon sehr früh hat der Berg die Neugier der Menschen geweckt. Bereits im 17. Jahrhundert schrieb der Benediktiner-Pater Desiderius Wetter (1702–1751), dass ein Geistlicher und ein Naturforscher aus Zürich am 14. Dezember 1680 den Berg bestiegen hätten, um aus möglichst geringer Entfernung einen Kometen mit Schweif beobachten zu können.

Zeitweise war der Berg auch Namenspatron für den Kanton Säntis in der Helvetischen Republik (1798 bis 1803). Allerdings hielt diese Republik nicht lange. Schon 1801 wurde der Kanton Säntis in den Kanton Appenzell umbenannt. Übrigens: Auf dem Säntis treffen drei Kantone zusammen: Appenzell Ausserrhoden (Gemeinde Hundwil), Appenzell Innerrhoden (Bezirk Schwende) und St. Gallen (Gemeinde Wildhaus im Toggenburg).

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Der Berg kann einige Geschichten erzählen. Besonders die der wettertechnischen Superlative. Zum Beispiel ist der Säntis der nasseste Ort in der Schweiz (180 Millimeter an einem Tag, Juni 1910). Regelmäßig regnen sich die vollen Regenwolken an dem Berg aus. Auf der dortigen Wetterstation wurden aber auch die meisten Blitzeinschläge (jährlich etwa 400) und die größte gemessene Schneehöhe (8,16 Meter, April 1999) in der Schweiz gemessen.