+++ 18 Uhr, Kreis Konstanz +++

Liebe Leserinnen und Leser, an dieser Stelle endet unser Ticker. Die Hochwasserlage am Bodensee und im Hegau hat sich beruhigt, und wir hoffen alle, dass es so bleibt. Über die Situation in Deutschland und Baden-Württemberg können Sie sich auch übers Wochenende stets aktuell hier informieren: www.sk.de/10862054

+++ 16.45 Uhr, Autobahn Kreuz Hegau, Engen +++

Wegen Starkregens ist es am Autobahnanschluss Engen und Singen am Donnerstag, 15. Juli, zu vier Verkehrsunfällen gekommen – teils mit heftigen Schäden. Auch ein Dienstwagen der Polizei hatte einen Unfall. Das teilt das Polizeipräsidium Konstanz in einer Pressemitteilung mit. Der erste Unfall habe sich am Donnerstag gegen 17.15 Uhr ereignet. Ein 39-Jähriger habe trotz Starkregens andere Verkehrsteilnehmer auf der linken Spur überholt, sei dabei ins Schleudern geraten und prallte gegen die Mittelleitplanke. Der Fahrer sei dabei leicht verletzt worden. Es entstand ein Schaden von rund 8000 Euro.

Gegen 17.40 Uhr geriet ein Dienstwagen der Polizei auf der A81 beim Kreuz Hegau ins Schleudern und prallte gegen die Leitplanke. Resultat des Unfalls: 15.000 Euro Schaden. Verletzt wurde niemand.

Kurz hintereinander, um 19.30 Uhr und 19.40 Uhr, haben laut Polizeimeldung ein Polo-Fahrer und ein Audi-Fahrer kurz vor der Anschlussstelle Engen in beiden Fahrtrichtungen die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren. Auch diese Wagen seien bei Starkregen in die Schutzplanken gekracht und seien beim Unfall mit rund 9.000 Euro am Polo und etwa 15.000 Euro am Audi stark beschädigt worden. Die Fahrer seien mit dem Schrecken davon gekommen. Verletzt wurde niemand.

+++ 15.45 Uhr, Singen +++

Weitaus entspannter als die Kollegen in den Hegau-Gemeinden erlebte die Feuerwehr Singen das Unwetter auf Freitag. Kommandant Mario Dutzi berichtet davon, dass es lediglich kleinere Einsätze gegeben habe. Einzig am Kindergarten in Schlatt habe der Einsatz ein wenig länger gedauert. „Aber er war bei weitem nicht so schlimm wie in der vergangenen Woche“, gibt Dutzi Entwarnung.

Auch der Wasserstand der Singener Aach steigt immer weiter an. Laut Feuerwehrkommandant Mario Dutzi sei er aber noch nicht besorgniserregend.
Auch der Wasserstand der Singener Aach steigt immer weiter an. Laut Feuerwehrkommandant Mario Dutzi sei er aber noch nicht besorgniserregend. | Bild: Verchio, Graziella

Auch die Aach führe zwar viel Wasser auf Hochwasserniveau. „Aber noch außerhalb des Gefahrenbereiches“, sagt Mario Dutzi.

+++ 15 Uhr, Hilzingen und Gottmadingen +++

Die starken Regenfälle haben weitreichende Folgen: Wie die Gemeinde Hilzingen informierte, muss das Trinkwasser aus dem Hochbehälter Niederzone Riedheim und den Hochbehältern Homboll alt und neu bis auf weiteres vorsorglich gechlort werden. Davon betroffen seien die Niederzone in Riedheim und die Niederzone in Hilzingen sowie der Gottmadinger Ortsteil Ebringen. Die Chlorung sei mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, heißt es in der Mitteilung. Die Dosierung entspreche der Trinkwasserverordnung und sei nicht gesundheitsschädlich, allerdings sei das gechlorte Wasser für Aquarien ungeeignet. Die vorsorgliche Maßnahme sei notwendig, da das Oberflächenwasser in die Trinkwasserversorgung eindringe, teilt die Gemeinde auf Nachfrage mit.

+++ 14.30 Uhr, Engen-Welschingen +++

Aktuell ist die Abteilungen Welschingen der Freiwilligen Feuerwehr Engen noch immer dabei, das Kieswerk Kohler in Welschingen von den Wassermassen zu befreien. Laut Benjamin Bach, Kommandant der Engener Wehr, hätten die Einsatzkräfte die Arbeit in den Morgenstunden aufgenommen.

Wassermassen im Kieswerk in Welschingen.
Wassermassen im Kieswerk in Welschingen. | Bild: Georg Häußler

+++ 14 Uhr, Autobahn 81, Kreuz Hegau +++

Auch wenn auf den örtlichen Feuerwehren, Technischen Hilfswerken und Rettungsdiensten die meiste Arbeit lastet, ist die Polizei im Landkreis Konstanz auch gut beschäftigt. In erster Linie mit der Verkehrsführung und -Sicherung, wie Dieter Popp, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, sagt. Momentan gebe es viele unterspülte oder überschwemmte Straßen. „Da müssen wir dann vor Ort absperren und den Verkehr lenken“, so Popp. Zum Beispiel haben die Beamten am Donnerstagabend die Kreisstraße 6119 zwischen Eigeltingen und Wiechs sperren müssen, weil große Steine durch den Starkregen auf die Fahrbahn gespült wurden.

Auch auf die Gefahr von Aquaplaning möchte der Pressesprecher hinweisen. „Auf der A81 beim Kreuz Hegau gibt es temporär mehr Unfälle wegen Aquaplanings. Allein am Donnerstagabend gab es dort vier Unfälle. Auch eines unserer Dienstfahrzeuge hatte dort einen Unfall“, sagt Popp.

+++ 14 Uhr, Radolfzell/Höri +++

Die Radolfzeller Feuerwehr gibt eine Hochwasser-Warnung für die Stadt aus. Feuerwehr-Kommandant Helmut Richter ruft Hausbesitzer in Seenähe auf, sich für das Wochenende auf Hochwasser vorzubereiten. Der Pegel stünde kurz davor, die kritische Marke zu erreichen, so Richter.

Die Feuerwehr Moos schließt sich dieser Warnung an. Auch der Mooser Hafen steht laut Bürgermeister Patrick Krauss unter Wasser. Für die Mooser Wasserprozession am Montag anlässlich des Hausherrenfestes sei der Steg bereits verlängert worden, um einen Zustieg zu ermöglichen.

+++ 13.15 Uhr, Tengen +++

Wie Tengens Bürgermeister Marian Schreier berichtet, haben die starken Regenfälle die Stadt Tengen flächendeckend getroffen. Die Feuerwehr hatte mehrere Einsätze an unterschiedlichen Stellen, unter anderem in der Kernstadt, Uttenhofen, Blumenfeld und Büßlingen – überwiegend vollgelaufene Keller und Garagen.

Der Lauterbach in Tengen-Uttenhofen ist durch die starken Regenfälle zu einem reißenden Bach angeschwollen.
Der Lauterbach in Tengen-Uttenhofen ist durch die starken Regenfälle zu einem reißenden Bach angeschwollen. | Bild: Stefan Leichenauer

Stefan Leichenauer wohnt in Tengen-Uttenhofen. Er berichtet davon, dass der Lauterbach über die Ufer getreten sei: „Das Dorf lief innerhalb von zehn Minuten voll.“ In einigen Kellern habe das Wasser 70 Zentimeter hoch gestanden. Ein 94-jähriger Uttenhofener, der ebenfalls vom Hochwasser betroffen war, hätte ihm berichtet, dass er sich an kein schlimmeres Hochwasser erinnern könne. Die Aufräumarbeiten seien in vollem Gange. Um die Mittagszeit berichtete Bürgermeister Schreier aus Tengen, dass das Wasser sich zurückgezogen habe.

+++ 12.45 Uhr, Bodman-Ludwigshafen +++

Ein Hangrutsch hat am Freitagmorgen um 4.20 Uhr ein Erdkabel in Bodman mitgerissen und beschädigt. Daraufhin kam es zu einem Stromausfall in zahlreichen Orten: Bodman, Espasingen, Wahlwies, Nenzingen, Markelfingen, Liggeringen, Möggingen, Langenrain, Kaltbrunn und Reichenau. Seit dem Morgen ist der Strom laut Ramona Sallein, Pressesprecherin der EnBW, allerdings wieder hergestellt. Wann das Kabel richtig repariert werden könne, sei aber noch nicht klar, da die zuständigen Arbeiter die Stelle nicht richtig erreichen können.

Ein kleiner Erdrutsch im Wald bei Bodman hat ein Erdkabel mitgerissen und einen Stromausfall verursacht.
Ein kleiner Erdrutsch im Wald bei Bodman hat ein Erdkabel mitgerissen und einen Stromausfall verursacht. | Bild: Alexander Fischer

+++ 12.45 Uhr, Engen +++

Die andauernden starken Regenfälle sorgten auch in Engen für überschwemmte Straßen. Die Feuerwehr befand sich die ganze Nacht über im Dauereinsatz. Hauptschwerpunkt der Einsatzkräfte: Anselfingen. Dort musste die Ortsdurchfahrt nach dem Gewitter zeitweise gesperrt werden. Aber auch noch am frühen Abend floss das Regenwasser die steile Sportplatzstraße in einem Bach herunter.

Ein Bach, wo keiner sein sollte: Die großen Regenmassen fließen die Sportplatzstraße in Engen herab.
Ein Bach, wo keiner sein sollte: Die großen Regenmassen fließen die Sportplatzstraße in Engen herab. | Bild: Kerle, Helene

Während des Gewitters lief ein Sturzbach durch die Scheune eines Landwirts an der Sportplatzstraße. Übrig blieb jede Menge mitgerissener Schotter. An der Scheune selbst gab es nach ersten Einschätzungen keine bleibenden Schäden. Die Feuerwehrkommandanten aus dem Hegau berichteten aber davon, dass sich die Schäden im Hegau in Grenzen halten.

+++ 12.30 Uhr, Konstanz +++

Trotz anhaltenden Niederschlags in den vergangenen Tagen ist das Wasser am Bodensee und Seerhein in Konstanz bis Freitagmittag nicht über die Ufer getreten. Seit Dienstag kletterte der Pegelstand in Konstanz stetig aufwärts, am Freitagmittag lag er bei 4,74 Metern, so die Auskunft auf der Internetseite der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg. Damit befindet sich der Pegelstand nahe der kritischen Marke von 4,8 Metern. Laut Prognose der Hochwasserzentrale könnte diese Grenze am Sonntagmittag erreicht werden.

Es fließt schon ziemlich viel Wasser unter der Fahrradbrücke in Konstanz hindurch.
Es fließt schon ziemlich viel Wasser unter der Fahrradbrücke in Konstanz hindurch. | Bild: Cian Hartung

Wie Christopher Kutschker, Pressesprecher der Feuerwehr Konstanz am Freitagmorgen erklärte, habe es in Konstanz bislang noch keine Einsätze in Verbindung mit der Hochwasserlage gegeben. Auch die Konstanzer Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) halten sich für mögliche Einsätze am See und Seerhein bereit. Zur Verteidigung gegen das Hochwasser stünden mindestens 2000 Sandsäcke zur Verfügung, sagte der Ortsbeauftragte Wolfgang Rüdiger.

+++ 12.30 Uhr, Hohenfels +++

In Hohenfels war die Feuerwehr am Donnerstag laut Bürgermeister Florian Zindeler drei Mal im Einsatz, und zwar in einem Keller, bei einer Überschwemmung in Liggersdorf und bei einer Bergung eines Fahrzeugs.

Wie die Polizei mitteilt, erkannte außerdem am Donnerstagabend zu spät, dass die Kreisstraße 6175 Richtung Sentenhart überflutet war und kam von der Straße ab. Wasser lief in das Auto, der Fahrer konnte sich in Sicherheit bringen.

Auch berichtet Zindeler, dass die Straße nach Sentenhart aufgrund einer Überflutung gesperrt ist.

+++ 12.15 Uhr, Orsingen-Nenzingen, Eigeltingen +++

Auch Orsingen-Nenzingen blieb am Donnerstag nicht vom Unwetter verschont. Am Abend war der Bach an der Brielstraße bei der alten Säge über die Ufer getreten, die Feuerwehr war im Einsatz. Außerdem mussten die Einsatzkräfte Keller auspumpen und mit Sandsäcken an verschiedenen Stellen Schutzwälle aufbauen.

Auch die Stählemühle bei Münchhöf in Eigeltingen war überschwemmt. Im Ortsteil Rorgenwies war der Bach über die Ufer getreten und lief in eine Schreinerei.

+++ 12 Uhr, Stühlingen +++

Das Jahrhunderthochwasser in Stühlingens Ortsteil Grimmelshofen hat zur kompletten Sperrung der B 314 geführt, welche mindestens eine Woche lang andauert. Laut örtlicher Feuerwehr gibt es Straßeneinbrüche an mindestens drei Stellen entlang der Bundesstraße beim Mühlebach.

Video: Leserreporter Erhard Pörisch

Der Verkehr wird vom Randen/Blumberg über Bonndorf geleitet, die Straßenmeisterei sei aktuell damit beschäftigt, die letzten Arbeiten an der bei Wellendingen gesperrten B 315 zu beenden, damit der Verkehr dort wieder fließen kann.

+++ 12 Uhr, Espasingen +++

Die Feuerwehr Bodman-Ludwigshafen war am frühen Freitagmorgen bei der Kläranlage zwischen Bodman und Espasingen im Einsatz. Nach einem weitläufigen Stromausfall pumpten die Einsatzkräfte den Keller aus, da dort die Technik bedroht war.

Die Feuerwehr pumpte den Keller der Kläranlage aus, da die Technik bedroht war.
Die Feuerwehr pumpte den Keller der Kläranlage aus, da die Technik bedroht war. | Bild: Steffen Bretzke

Außerdem war die L440 im Bereich der Abzweigung zur K6113 teilweise überflutet. Die Abteilung Heudorf pumpte das Wasser ab.

+++ 11 Uhr, Mühlingen, Raum Stockach +++

Am Donnerstagabend, 15. Juli, brachte ein Unwetter große Regenmassen in den Raum Stockach. In Mühlingen lief das Wasser regelrecht in Sturzbächen die Straßen hinunter. Zeitweise musste die Steinbühlbühlstraße von Mühlingen nach Hecheln gesperrt werden, da diese unterspült wurde. Gegen 21 Uhr war das Schlimmste allerdings vorbei, wie die örtliche Feuerwehr bestätigte.

Die Hombühlstraße in Mühlingen ist am Donnerstag beim Unwetter zum regelrechten Sturzbach geworden
Die Hombühlstraße in Mühlingen ist am Donnerstag beim Unwetter zum regelrechten Sturzbach geworden | Bild: Doris Eichkorn

Auch die Aach ist an verschiedenen Stellen im Raum Stockach massiv über die Ufer getreten. Der Wasserstand war bereits am Tag an den gefährdeten Stellen wie bei der Brücken-Baustelle am Stockacher Freibad (L 194) oder der Hurtbrücke zwischen Espasingen und Bodman relativ hoch.

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