Der ländliche Raum im Kreis Konstanz soll besser gefördert werden. Das jedenfalls hat der Technische und Umweltausschuss des Kreistags am Montag beschlossen. Möglich werden soll dies durch eine Bewerbung um das Landesprogramm Leader, das ländliche Regionen mit maximal 150.000 Einwohnern fördert. Teilnehmen würde nicht der gesamte Landkreis, denn er hat weit mehr Einwohner – Städte wie Konstanz, Singen, Radolfzell, aber auch Rielasingen-Worblingen und Allensbach sind wegen ihrer städtischen Struktur ausgenommen.

Aktuelles Programm läuft bis 2023

Das Programm könnte an das Projekt Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) anknüpfen, das nur noch bis 2023 läuft. Es fördert Projekte aus den Bereichen Landwirtschaft, nachhaltiger Tourismus – allerdings mit deutlich geringeren Summen. Projekte, die durch ILE gefördert werden, sind zum Beispiel ein Jugendforum, das in Stockach stattfand, die gemeinsame Vernetzung bäuerlicher Betriebe und andere. Eine vorangegangene Bewerbung des Landkreises vor sieben Jahren um die Aufnahme in das Leader-Programm war nicht erfolgreich gewesen.

Michael Baldenhofer (ILE) zur den bis zu 3,5 Millionen Euro: „Diese Gelder kommen dem Landkreis direkt zugute.“
Michael Baldenhofer (ILE) zur den bis zu 3,5 Millionen Euro: „Diese Gelder kommen dem Landkreis direkt zugute.“ | Bild: Zoch, Thomas

Michael Baldenhofer, Regionalmanager des Programms, erläuterte in der Sitzung des Technischen und Umweltausschusses die Finanzierung: Die Kosten für die Geschäftsstelle, etwa 65.000 Euro im Jahr für das Personal, müsse der Kreis selbst tragen. Dafür übernehme das Land, sollte die Bewerbung erfolgreich sein, 70 Prozent der Förderung für die Projektkosten, das sind zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Euro. „Diese Gelder kommen dem Landkreis direkt zugute“, sagt Baldenhofer.

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Ganz überzeugt waren die Kreisräte von der Bewerbung nicht. Maria Kaufhold (Grüne) und Lina Seitzl (SPD) begrüßten das Projekt zwar grundsätzlich, sprachen aber von einer schwachen Außenwirkung des Vorgängerprojekts ILE. Kaufhold wollte wissen, warum die Verwaltung nun, bei einer erneuten Runde, zuversichtlich sei, die Förderung zu erhalten. „Wir wollen aus Fehlern lernen und versuchen es dieses Mal mit guten Partnern“, antwortete Baldenhofer darauf. Man werde auch externe Hilfe in Anspruch nehmen. Welche Projekte genau aufgenommen würden, könne man noch nicht sagen, da diese im gesellschaftlichen Prozess entwickelt werden sollten. Philipp Gärtner, erster Landesbeamter, wies darauf hin, dass der Kreis bei einer erfolgreichen Bewerbung ganz andere Summen zur Verfügung haben werde als beim jetzigen ILE-Programm. Die Mehrheit im Ausschuss stimmte der Bewerbung um das Leader-Programm zu.