Die Agglo-S-Bahn – dieser Begriff fällt immer wieder, wenn es darum geht, wie man den Landkreis Konstanz besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln an den Nachbarkanton Thurgau anknüpfen kann. Aber dennoch: So richtig warm werden die Kreisräte im Technischen und Umweltausschuss (TUA) im Kreistag nicht mit dem Thema.

Kreis Konstanz soll Kosten für Analyse übernehmen

Die Agglo-S-Bahn ist „ein Projekt, das weit in die Zukunft reicht“, sagt Stephan Fischer von der Stadt Konstanz und vom Agglo-Verein bei der TUA-Sitzung. Da die Agglo-S-Bahn enorme Kosten nach sich ziehe, sei es sinnvoll, eine Nutzen-Kostenanalyse vorzuschalten. „Da aber die ganze Region betroffen ist und nicht nur die Stadt Konstanz„, sollten die Kosten auf den Schultern der Stadt und des Landkreises verteilt werden.

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Das hatte bereits der TUA der Stadt Konstanz im Sommer beschlossen. Landrat Zeno Danner erläutert: „Wir wurden gebeten, das Gutachten zur Hälfte mitzutragen bis maximal 39.000 Euro. So steht es im Beschlussvorschlag.“ Genau das stößt einigen Ratsmitgliedern auf. Erfahren haben sie von dieser Nachricht nämlich aus dem SÜDKURIER.

Zwischen Radolfzell und Kreuzlingen soll die Bahn fahren

Im Jahr 2019 wurde die Machbarkeitsstudie zu der grenzüberschreitenden Bahnverbindung Konstanz-Kreuzlingen vorgestellt. Diese schlug im Ergebnis eine S-Bahn in zwei Etappen vor. Für Etappe eins müsste der Seehas bis nach Kreuzlingen Hafen rollen. Dafür muss ein neuer Bahnhof Sternenplatz gebaut und ein S-Bahn-Pendelzug zwischen Radolfzell und Petershausen eingeführt werden.

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Ob das möglich ist, prüfen im Auftrag vom Verein Agglomeration Kreuzlingen-Konstanz die Deutsche Bahn und die Schweizerische Bundesbahn. Zusätzlich soll eine Anbindung an den Regionalzug nach St. Gallen mit einer stündlichen Verbindung an Singen und Konstanz geschaffen werden.

Protest macht sich breit

Für Georg Geiger, FDP, ist dieses Vorhaben kontraproduktiv. Er sagt: „Wir hatten vorgeschlagen, noch vor Abschluss der Elektrifizierung der Hochrheinbahn zwei schnelle Produkte mit Schwarzwaldbahn und zwei langsame Produkte zu installieren.“ Unter schnell versteht er die Schwarzwaldbahn und neu den Spangenzug Basel – Singen – Konstanz, unter einem langsamen Produkt den Seehas.

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Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) prüfe zurzeit diese Idee. Noch im Dezember sei dem Kreis das Ergebnis versprochen worden, führt Geiger aus. Sein Vorschlag daher: „Das Ergebnis der NVBW-Prüfung abwarten und unter Berücksichtigung des Ergebnisses den Auftrag für einen Kosten-Nutzen-Analyse“ der Agglo-S-Bahn überarbeiten. Den Argumenten von Geiger folgten die anderen Ratsmitglieder. Sie stimmten dem Antrag von Georg Geiger zu und damit gegen den Beschluss der Kostenübernahme für die Kosten-Nutzen-Analyse.