Ich habe von meinem Arbeitgeber im Rahmen des sogenannten Job-Bikes ein E-Bike zur beruflichen und privaten Nutzung zur Verfügung gestellt bekommen. Wie wird dies steuerlich gehandhabt?

Bernhard Hertrich: Zur Förderung der Elektromobilität hat der Gesetzgeber mit Wirkung vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2030 eine zusätzliche Steuerbefreiungsregelung in § 3 Nr. 37 EStG eingeführt. Überlässt Ihnen der Arbeitgeber das Fahrrad oder E-Bike zusätzlich zum Arbeitslohn, bleibt die Überlassung völlig steuerfrei. Diese Steuerbefreiung gilt jedoch nicht für E-Bikes, die verkehrsrechtlich Kraftfahrzeuge darstellen, das heißt über 25 km/h fahren oder im Wege der Gehaltsumwandlung zur Verfügung gestellt werden. In diesem Fall werden 0,25 Prozent pro Monat der unverbindlichen Preisempfehlung als geldwerter Vorteil angesetzt.

Mein Arbeitgeber bietet an, mir als Dienstfahrzeug, das ich auch privat nutzen kann, ein Elektrofahrzeug oder ein Hybridelektrofahrzeug zu überlassen. Wie hoch ist hier die Besteuerung des privaten Nutzungsanteils?

Bernhard Hertrich: Nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 2 EStG wird bei neuen Elektrofahrzeugen und bei extern aufladbaren Hybridfahrzeugen nur 0,5 Prozent monatlich des Bruttolistenpreises als private Nutzungsmöglichkeit der Einkommensteuer unterworfen. Bei den Hybridfahrzeugen ist Voraussetzung, dass diese von außen aufladbar sind und eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 g je gefahrenen Kilometer haben oder ihre Reichweite unter ausschließlicher Nutzung des Elektromotors mindestens 40 km beträgt. Voraussetzung ist, dass der Kaufpreis nicht mehr als 60.000 Euro beträgt.

Ich beabsichtige, eine Eigentumswohnung zu erwerben, die ich anschließend vermieten will. Welche steuerlichen Vorteile habe ich dadurch?

Bernhard Hertrich: Steuerlich attraktiv ist der Erwerb einer Neubauwohnung. Hier muss der Bauantrag nach dem 31.08.2018 und vor dem 01.01.2022 gestellt werden. Weitere Voraussetzung ist, dass die Anschaffungs- oder Herstellungskosten 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche nicht übersteigen dürfen. Hierbei sind die Kosten des Grundstücks in Abzug zu bringen. Die Wohnung muss dann im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden neun Jahren zu Wohnzwecken vermietet werden. Für diese Wohnung kann dann eine Sonderabschreibung aus maximal 2.000 Euro pro Quadratmeter vier Jahre lang mit 5 Prozent vorgenommen werden. Zusätzlich noch die reguläre Gebäudeabschreibung mit 2 Prozent, sodass sich in diesen ersten vier Jahren eine Gesamtabschreibung mit 7 Prozent ergibt.

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Wir beabsichtigen, unser selbst genutztes Einfamilienhaus energetisch zu sanieren. Insbesondere wollen wir die Fenster austauschen und eine neue Heizungsanlage installieren. Welche steuerliche Förderung können wir hier bekommen?

Bernhard Hertrich: Seit dem Jahr 2020 wird die energetische Sanierung von privatem Wohnungseigentum gem. § 35 c EStG steuerlich gefördert. Von den Einzelmaßnahmen sind 20 Prozent der Aufwendungen (maximal 40.000 Euro pro Wohnobjekt), verteilt über drei Jahre, steuerlich abzugsfähig. Auch die Beratung durch einen Energieberater ist zu 50 Prozent abzugsfähig. Diese steuerliche Förderung kann allerdings nur dann in Anspruch genommen werden, wenn keine Zuschüsse oder zinsgünstigen Darlehen der KfW in Anspruch genommen werden. Diese Maßnahmen dürfen nur von Fachunternehmen durchgeführt werden, außerdem muss eine Bescheinigung des beauftragten Fachunternehmens vorliegen.

Ich beabsichtige, eine mir gehörende Wohnung an meinen Sohn zu vermieten. Wie hoch muss die Miete sein, damit dieses Mietverhältnis steuerlich anerkannt wird?

Bernhard Hertrich: Damit Sie die Werbungskosten wie Schuldzinsen, Abschreibungen u.ä. steuerlich geltend machen können, müssen Sie mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete verlangen. Außerdem müssen Sie einen schriftlichen Mietvertrag abschließen, der wie zwischen fremden Dritten vereinbart wird und die jeweiligen Nebenkosten jährlich abrechnen. Da wir ja hier in unserer Region in vielen Fällen keinen Mietspiegel haben, macht es Schwierigkeiten, die ortsübliche Miete sicher zu ermitteln. Dementsprechend rate ich in der Praxis dazu, 75 Prozent der ermittelten ortsüblichen Miete anzusetzen. Dann sind Sie im sicheren Bereich. Es ist geplant, die schädliche Grenze auf 50 Prozent der ortsüblichen Miete herabzusetzen. Hier soll jedoch bei Mieten zwischen 50 und 66 Prozent eine Überschussprognose erforderlich sein, d.h. es wird geprüft, ob auf die Dauer aus der Vermietung auch bei der geminderten Miete ein Überschuss erzielt wird.

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