34,8 Grad Celsius – das ist wirklich heiß. Selbst für die Bodenseeregion. Dieser Wert wurde am 24. Juli an der Wetterstation in Konstanz gemessen. „Die ersten beiden Sommermonate Juni und Juli sind im Durchschnitt zu warm und sonnenreich gewesen“, sagt Jürgen Schmidt, Meteorologe bei Wetterkontor.

Jürgen Schmidt von Wetterkontor: „Das habe ich noch nicht erlebt. Jeder Monat in 2022 hatte deutlich mehr Sonnenstunden wie ...
Jürgen Schmidt von Wetterkontor: „Das habe ich noch nicht erlebt. Jeder Monat in 2022 hatte deutlich mehr Sonnenstunden wie gewöhnlich.“ | Bild: Wetterkontor

Die Temperaturen waren damit im Vergleich zum 30-jährigen Mittel überdurchschnittlich warm. „Der Juni war 1,6 Grad und der Juli ein Grad im Durchschnitt zu warm“, sagt Schmidt mit Blick auf die Daten der Wetterstation in Konstanz.

Ein Drittel mehr Sonnenschein

Auch mit Sonnenstunden hat der Wettergott im Juli nicht gegeizt. 339,1 Stunden hat uns die Sonne im Juli begleitet. Laut Schmidt liegt der Durchschnitt im Juli bei 252 Sonnenstunden.

Perfektes Wetter zum Schwimmen – wie hier im Strandbad Wallhausen. Aber der Bodensee führt nur wenig Wasser.
Perfektes Wetter zum Schwimmen – wie hier im Strandbad Wallhausen. Aber der Bodensee führt nur wenig Wasser. | Bild: Steinert, Kerstin

Dieses Jahr sei besonders. „Im gesamten Jahr verzeichnen wir durchschnittlich rund 1760 Sonnenstunden. In diesem Jahr haben wir bis einschließlich Juli schon über 1600 Sonnenstunden gemessen. Wir werden am Ende des Jahres deutlich über dem 30-jährigen Mittelwert liegen“, sagt er.

Erstaunen liegt in seiner Stimme. „Das habe ich noch nicht erlebt. Jeder Monat in 2022 hatte deutlich mehr Sonnenstunden wie gewöhnlich“, ergänzt er.

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Im Juli hat es zu wenig geregnet

Gleichzeitig war der Juli deutlich zu trocken. Es gab nur zehn Regentage – wobei an einigen Tagen nur 0,3 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Am heftigsten öffnete der Himmel am 22. Juli seine Schleusen. Bis zu 12,6 Liter Pro Quadratmeter fielen. Allerdings war diese Menge nicht genug, um den trockenen Boden zu durchfeuchten.

Auch der Bodensee führt deutlich weniger Wasser als sonst. Das bringt inzwischen auch einige Sandbänke zum Vorschein. „Im Juli ist rund ein Drittel weniger Regen gefallen wie sonst“, sagt Schmidt. Der Juni dagegen sei etwas zu feucht gewesen. „Da hatten wir etwa ein Drittel mehr Regen wie gewöhnlich“, berichtet der Wetterexperte.

Der Bodensee strahlt in diesem Jahr besonders schön.
Der Bodensee strahlt in diesem Jahr besonders schön. | Bild: Reinhold Köfer

Der August bleibt wohl weiter sommerlich

Betrachtet man die Statistik der Wetterdaten aus den Vorjahren, zeigt sich: Der Folgemonat August war in diesen Jahren meist noch ziemlich warm und sonnenverwöhnt. Lässt sich daraus eine Prognose für den August ableiten?

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Erst mal, so der Wetterexperte, kommt eine kurze Abkühlung am Wochenende. Zum Wochenanfang werde ein trockenes Hochdruckwetter erwartet. „Das heißt, die Temperaturen bleiben insgesamt sommerlich und könnten wieder bis zu 35 Grad steigen“, prognostiziert er.

Wie wird das Wetter beim Seenachtfest?

„Das ist noch nicht sicher vorherzusagen. Das gleicht jetzt einem Blick in die Glaskugel“, so Schmidt. Dennoch wagt er eine Prognose, aber ohne Garantie: „Von Westen könnte ein Tief reinkommen. Dadurch könnte es wechselhafter und kühler sein. Aber noch ist das nicht sicher“, sagt er. Erst kommende Woche könne man da eine seriöse Vorhersage erstellen.

(Archivbild) Wie das Wetter beim Seenachtfest wird, ist noch ungewiss.
(Archivbild) Wie das Wetter beim Seenachtfest wird, ist noch ungewiss. | Bild: Felix Kästle/dpa

Ob es daher am Seenachtfest Regen, Gewitter oder Sonnenschein pur geben wird, steht erst in einigen Tagen fest. „Bei solchen Großveranstaltung mit Feuerwerk wäre ein wolkenfreier Himmel natürlich wünschenswert“, gibt Schmidt zu.