Nicht viele Leute tummeln sich am 27. September gegen 14.30 Uhr auf Gleis 4 am Singener Bahnhof. Angekündigt ist ein Sonderzug zur Weiterfahrt nach Schaffhausen. Der Connecting Europe Express war als Höhepunkt des Europäischen Jahrs der Schiene am 2. September in Lissabon gestartet und fährt in 36 Tagen durch 26 Länder.

Auf dem Gleis warten Andreas Heide vom Fahrgastverband Pro Bahn, die grünen Kreisrätinnen Saskia Frank und Nina Röckelein sowie Markus Tittelbach vom Kreisvorstand der Grünen und Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Protest gegen Kappung der Gäubahn

Aus Anlass der EU-Initiative Connecting Europe Express auf der Strecke Stuttgart–Schaffhausen–Zürich machen sie mit ihrer Aktion auf die Kappung der Gäubahn aufmerksam. Tittelbach hat dafür extra ein Plakat gestaltet.

Die Gäubahn ist Teil einer internationalen Verbindung von Berlin über Zürich nach Mailand. Bereits 1996 sei ihr Ausbau im Vertrag von Lugano zwischen Deutschland und der Schweiz vereinbart worden. Die Schweiz sei ihren Verpflichtungen nachgekommen, während auf deutscher Seite die Zweigleisigkeit, die Fahrzeitverkürzung wie auch die Digitalisierung noch offen seien, so Markus Tittelbach.

Bahnreisen werden erschwert

Mit Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs in Stuttgart werden Fahrgäste ab 2025 gezwungen sein, am S-Bahnhof Vaihingen umzusteigen. Das bedeute Zeitverlust, Gleiswechsel und Gepäcktransport, also Komforteinbußen verbunden mit dem Risiko, den direkten Anschluss an weitere Fern- oder Regionalziele zu verpassen. „Damit wird den Menschen in großen Gebieten Südwest-Deutschlands wie dem Schwarzwald, dem Hochrhein und natürlich dem Bodensee die Bahnanreise erschwert“, sagt Tittelbach.

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Die Aktion in Singen hatte noch einen weiteren Hintergrund: aktuell wird diskutiert, die Strecke zwischen Stuttgart und Zürich im Fernverkehr nicht mehr über den Singener Hauptbahnhof abzufertigen, sondern über den Haltepunkt Landesgartenschau – die Singener Kurve. „Der Singener Hauptbahnhof ist ein Knotenpunkt, der unbedingt beibehalten werden muss“, so Andreas Heide.