Es war Schwerstarbeit. Zwölf Stunden lang. So lange hat es gedauert, bis ein entgleister Zug am Konstanzer Bahnhof wieder auf den Gleisen stand. „Wir haben Donnerstagnacht um 3 Uhr in der Frühe angefangen“, erzählt ein Notfallmanager der Deutschen Bahn, den der SÜDKURIER an der Unglücksstelle auf Höhe des Lago Shoppingcenters bei der Arbeit antrifft.

Das könnte Sie auch interessieren

Was war passiert?

Dazu ein kleiner Zeitsprung. Es ist Mittwochabend gegen 20 Uhr. Der Seehas aus Engen kommt in Konstanzer Bahnhof an. Alle Fahrgäste steigen aus. Nur noch der Lokführer ist in dem Fahrzeug. Feierabend. Er soll den Zug auf ein Abstellgleis fahren. Beim Rangieren soll es dann laut Deutscher Bahn (DB), Schweizer Bundesbahn (SBB) und der Bundespolizei passiert sein. Eine Achse des Zuges entgleist, springt aus den Gleisen. Zum Glück kippt der Zug nicht. Aber die Schienen sind verbogen. Deutlich. Das kann man auch noch am nächsten Tag erkennen.

Die Schienen haben sich bei der Entgleisung deutlich verbogen.
Die Schienen haben sich bei der Entgleisung deutlich verbogen. | Bild: Steinert, Kerstin

Ab 17.06 Uhr fuhren die Züge wieder

Wieder zurück bei dem Notfallmanager der DB. Er steht zwischen mehreren Einsatzfahrzeugen des Technischen Hilfswerks (THW). Mit seinem Team bespricht er gerade die nächsten Schritte. „Die Oberleitung ist noch aus. Solange wir den Oberbau noch nicht gerichtet haben, bleibt sie auch aus“, sagt er. Mit Oberbau meint er die Schienen. Sie müssen noch am gleichen Tag repariert werden. Erst dann kann der Zugverkehr zwischen Konstanz und Kreuzlingen wieder rollen.

Ein DB-Notfall-Team hat zwölf Stunden gebraucht, um den Zug zu bergen
Ein DB-Notfall-Team hat zwölf Stunden gebraucht, um den Zug zu bergen | Bild: Marcel Jud

Denn ganzen Donnerstag können keine Züge der DB bis nach Konstanz durchfahren. Sie halten alle in Radolfzell. Dort müssen die Fahrgäste in den Seehas umsteigen, der sie nach Konstanz bringt. Wer dann noch weiter in die Schweiz will, kann einen Schienenersatzverkehr nutzen. „Aber bis zum Abend sollten alles wieder gehen“, sagte der Notfallmanager am Donnerstagmittag. Tatsächlich meldete die Bundespolizei Konstanz, dass die Züge wieder 17.06 Uhr fuhren.

Das könnte Sie auch interessieren

Bundespolizei Konstanz ermittelt Ursache

Aber was ist die Unfallursache? Das ermittelt zurzeit noch die Bundespolizei. „Der Zug ist beim Rangieren über eine Weiche gefahren. Vielleicht ist da was passiert. Aber das kann man jetzt noch nicht sagen. Wir ermitteln nocht“, sagt Bettina Stahl, Pressesprecherin der Bundespolizei auf Nachfrage.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €