Die reinen Zahlen sind noch wenig aussagekräftig. So sind, Stand 18. November, 72 Personen im Thurgau mit einer Covid-19-Infektion stationär im Krankenhaus, davon 17 auf der Intensivstation, 13 davon beatmet. Im Spital Schaffhausen sind 13 Personen in stationärer Behandlung, zwei liegen auf der Intensivstation, wie Lisa Dätwyler, Pressesprecherin der Spitäler Schaffhausen, berichtet.

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Intensivkapazitäten sind noch ausreichend im Thurgau

Dennoch sehen die Verantwortlichen offensichtlich mit Sorge auf die Intensivkapazitäten: „Es sollte aus heutiger Sicht irgendwie reichen, allerdings sind die täglichen Schwankungen immer noch hoch“, schreibt Marc Kohler, Geschäftsführer der Spitäler Thurgau, auf Anfrage. Bei den Infektionszahlen zeichne sich jedoch eine Stabilisierung ab oder gar eine leicht rückläufige Tendenz.

„Es sollte aus heutiger Sicht irgendwie reichen, allerdings sind die täglichen Schwankungen immer noch hoch.“Marc Kohler, Geschäftsführer der Spitäler Thurgau
„Es sollte aus heutiger Sicht irgendwie reichen, allerdings sind die täglichen Schwankungen immer noch hoch.“Marc Kohler, Geschäftsführer der Spitäler Thurgau | Bild: Spital Thurgau AG

Auch am Kantonsspital Schaffhausen wird es eng: Dort gebe es acht Betten auf der Intensivstation, davon sechs mit Beatmungsmöglichkeit, berichtet Lisa Dätwyler. Außerdem würden am Kantonsspital zwei Isolationsstationen betrieben, die wechselnd mit Covid-19-positiven Patienten und Verdachtsfällen ausgelastet seien.

Im Kantonsspital Münsterlingen und den anderen Spitälern im Thurgau sind noch nicht alle Intensivbetten beleget. Aber die Lage ist angespannt. Bild: Oliver Hanser
Im Kantonsspital Münsterlingen und den anderen Spitälern im Thurgau sind noch nicht alle Intensivbetten beleget. Aber die Lage ist angespannt. Bild: Oliver Hanser | Bild: unbekannt

„Die Kapazitäten auf der Intensivstation sind ebenfalls stark ausgelastet“, schreibt Dätwyler. Schließlich gebe es immer Patienten mit anderen Krankheitsbildern, die notfallmäßig auf der Intensivstation behandelt werden müssten. „Wahleingriffe, die geplant eine Überwachung auf der Intensivstation benötigen, werden aktuell verschoben“, erklärt sie.

Auch Pflegekräfte fehlen in der Schweiz

Doch nicht ein eventueller Mangel an Intensivbetten könnte zum vordringlichsten Problem werden. Wie in Deutschland sind auch in der Schweiz Pflegekräfte knapp. „Es ist auch bei uns sehr eng“, schreibt Marc Kohler auf SÜDKURIER-Nachfrage: „Wir haben eine kleine Reserve von Pensionierten, die wir aber bereits heute zu einem größeren Teil einsetzen“.

Auch die Spitäler im Kanton Schaffhausen sind fast am Limit ihrer Aufnahmekapazitäten von Covid-19-Patienten angekommen. Manche Operationen werden deswegen bereits verschoben. Bild: Spitäler Schaffhausen
Auch die Spitäler im Kanton Schaffhausen sind fast am Limit ihrer Aufnahmekapazitäten von Covid-19-Patienten angekommen. Manche Operationen werden deswegen bereits verschoben. Bild: Spitäler Schaffhausen | Bild: Spitäler Schaffhausen

Auch in Schaffhausen ist die Personaldecke dünn: Die Spitäler Schaffhausen stünden vor der Herausforderung, dass Mitarbeitende selbst an Covid-19 erkranken und sich in Isolation begeben oder dass sie in Quarantäne müssen, erläutert Lisa Dätwyler. Die Mitarbeiter seien nach wie vor physisch und emotional stark gefordert.

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75 Prozent der Intensivbetten in Schaffhausen belegt

Dabei stehen beide Kantone, Schaffhausen und Thurgau, im schweizweiten Vergleich noch relativ gesehen gut da. In wenigen Kantonen sind die Intensivbetten bereits zu 100 Prozent belegt. In Schaffhausen sind bereits 75 Prozent der Intensivbetten belegt, im Thurgau sind es bisher 63 Prozent, wie das St. Galler Tagblatt berichtet.

Dennoch: auch die aus deutscher Sicht milden Maßnahmen in der Schweiz wie eine Maskenpflicht in Geschäften, Schulen und der Gastronomie, frühere Sperrstunden für Restaurants zeigen bereits Wirkung. Zwar liegt die Zahl der Infizierten innerhalb weniger Tage immer noch bei rund 12.000, wie das Bundesamt für Gesundheit der Schweiz meldet, doch sei sie bereits zurückgegangen. Virologen reicht dies allerdings nicht: Die Science Task Force mahnt trotz der Erfolge zu härteren Einschränkungen wie einem Teil-Lockdown mit Schließung von Restaurants, Kultureinrichtung und der Absage von Veranstaltungen.

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