Wenn Janis Baur mit seinem Magnet am Ufer des Seerheins in Konstanz entlang geht, dann ist dieser schnell voller Kronkorken. Obwohl die Putztrupps der Entsorgungsbetriebe ständig auf dem bei Feierenden beliebten Platz am Wasser unterwegs sind, bleiben die Metalldeckel von Flaschen auf dem Boden liegen.

Gefahr für Mensch und Umwelt

Badende schneiden sich an den gezackten Rändern häufig die Füße auf. Auch Zigarettenkippen bleiben oft in der Natur liegen. Dabei könne ein Stummel bis zu 60 Liter Wasser verschmutzen, sagt Janis Baur. 4800 Substanzen blieben in einem einzigen Filter hängen, 90 davon würden als krebserregend gelten.

Beim RhineCleanUp, einer Aufräumaktion entlang des Rheins von der Quelle in Graubünden bis zur Mündung in die Nordsee sowie an den Nebenflüssen, wollen Freiwillige am Samstag den großen und kleinen Müll am Ufer beseitigen.

Organisator hofft auf 100 Helfer

Mit dabei ist Janis Baur vom Arbeitskreis Müll, welcher in Konstanz die Aktion organisiert. Er engagierte sich als Klimaaktivist für Fridays for Future, habe sich aber nach mehr praktischer Arbeit gesehnt, sagt der junge Mann, der nach einer Phase der Arbeit gerade dabei ist, sein Abitur nachzuholen.

In Konstanz visiere er regelmäßige Aufräumaktionen an. Er wolle die Menschen dafür sensibilisieren, was sie mit ihrem Müll anrichten. Mit Strafen und Vorwürfen, da ist er sich sicher, sei kaum etwas zu bewirken, wohl aber mit Gesprächen und dem Vorleben eines anderen Verhaltens. Vorerst hofft er aber für Samstag auf mindestens 100 Mitputzer in Konstanz.

Aktionen an 267 Orten

An 267 Orten sind solche Reinigungsaktionen vorgesehen, in der Region beteiligen sich unter anderem auch Gruppen in Friedrichshafen, Lindau, Rheinfelden und Schaffhausen.

Janis Baur rät, Arbeitshandschuhe mitzubringen, und nach Möglichkeit drei Eimer in verschiedenen Größen, um den Müll schon beim Sammeln trennen zu können. Später die Kippen wieder herauszufischen sei mühsam. Teilnehmer könnten sich auch beim Veranstalter Hilfsmittel leihen, etwa Greifzangen, zum Auflesen von Weggeworfenem.

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Carina Winkels, die ein freiwilliges ökologisches Jahr beim Bund für Umwelt- und Naturschutz in Konstanz (Rheinkilometer 0) absolviert, bekommt am Reinigungssamstag Besuch von der Mutter aus Düsseldorf (Rheinkilometer 422). Der Fluss verbinde die beiden Städte, sagt die Frau aus Nordrhein-Westfalen.

Ihre Mutter werde in Konstanz beim Aufräumen am Wasser helfen. Wegen der Corona-Pandemie hielten sich dort besonders viele Menschen auf, und machten Müll, sagt Karl-Ulrich Schaible vom Vorstand des BUND Konstanz.

Und wie kann man nun selbst mitmachen? Ganz einfach: Interessierte können sich auf der Webseite von RhineCleanUp anmelden und einem Team anschließen.