Laut den Zahlen des Landesgesundheitsamts liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Konstanz bei 1479. Die offizielle Angabe sei aber zu niedrig beziffert, erläutert Landrat Zeno Danner in der Corona-Konferenz des Landratsamts. Im Moment besteht ein Verzug bei der Nachmeldung an das Landesgesundheitsamt – in Wirklichkeit liegt die Inzidenz also höher, man sei um etwa 1000 Fälle im Rückstand, sagt Stefan Basel, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts.

  • Lage in den Kliniken: In den Kliniken ist der Arbeitsaufwand wegen der gestiegenen Fallzahlen wieder deutlich erhöht. In den Hegau-Bodensee-Kliniken seien 40 Patienten in Isolation, 38 davon mit nachgewiesener Infektion (Stand: 8. März), wie Frank Hinder, Ärztlicher Direktor, berichtet. In Singen seien zwölf Covid-Patienten auf der Normalstation, bei einem weiteren sei die Diagnose noch unklar. Sieben Corona-Patienten werden auf der Intensivstation versorgt, bei einem besteht der Verdacht. In Radolfzell sind 19 Patienten mit nachgewiesener Infektion stationär aufgenommen. Am Klinikum Konstanz werden 21 Covid-Patienten behandelt, elf bestätigte Fälle auf der Allgemeinstation plus sechs Verdachtsfälle. Hinzu kämen drei Fälle auf der Intensivstation plus ein Verdachtsfall.
  • Auswirkungen auf Personal und Patienten: „Die Lage ist beherrschbar“, sagt Marcus Schuchmann, „sie übt aber Druck aus“. Die Bettenressourcen seien reduziert. Viele planbaren Eingriffe würden im Moment abgesagt. Nach wie vor würden alle Patienten getestet, die Covid-Erkrankten isoliert, es bestehe eine strenge Kontrolle bei den Besuchern, sagt Hinder. „Das müssen wir laut Corona-Verordnung tun.“ Aber der hohe Schutzaufwand sei auch unvermeidlich, wenn man verhindern wolle, dass noch mehr Personal erkranke.
  • Weniger schwere Fälle: Zwar sind die Kliniken weiter mit vielen Patienten belastet, die Schwere der Erkrankung hat aber nachgelassen. Bei Todesfällen sei keine Häufung festzustellen, berichten die Ärztlichen Direktoren. „Im Moment sind die Patienten ‚mit Covid‘ auf der Intensivstation, nicht ‚wegen Covid‘“, erläutert Hinder. Das sei bei der Delta-Variante anders gewesen, dabei hätten die Covid-Symptome selbst das Leben der Patienten gefährdet.
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  • Häufiger auftretende Re-Infektionen: Auffällig viele Menschen erkranken trotz Impfungen und einer durchstandenen Covid-Erkrankung erneut. Dies beobachte das Gesundheitsamt derzeit gehäuft. Zahlen gebe es dazu noch nicht, sagt Stefan Basel, „wir werten diese Fälle aber gerade aus“. Möglicherweise hingen die Re-Infektionen auch mit der Untervariante von Omikron, BA.2, zusammen, ergänzt Danner.
  • Impfungen: „Bei der Impfquote tut sich nicht mehr viel“, sagt Danner mit Blick auf die Impfzentren. Wer jetzt nicht geimpft sei, entscheide sich wohl bewusst dagegen.