„Wir haben inzwischen einen Maßnahmenkatalog verabschiedet zur Umsetzung des Klimaschutzes in Konstanz. Der ist unglaublich umfangreich“, erklärte Gisela Kusche.

Beim Online-Neujahrsempfang des Kreisverbands von Bündnis90/Die Grünen und der Freien Grünen Liste Konstanz verwies die Konstanzer Stadträtin damit auf das Hauptthema der Veranstaltung.

Daran schloss sie die Kritik, dass sich wegen der Wiederwahl des Oberbürgermeisters 2020 und seiner beiden Stellvertreter im vergangenen Jahr nur wenig geändert habe. Das wirke „manchmal ein bisschen verschlafen dann, weil alle eigentlich das weitermachen, was sie ja schon acht Jahre gemacht haben und ein bisschen sehr fest im Sattel sitzen“.

Widersinn zeigt sich am Beispiel Atomkraft und Gasverbrennung

Der Begriff der Nachhaltigkeit ist für den Europaparlamentarier Michael Bloss, der als Gastredner beim Neujahrsempfang eingeladen war, sehr umstritten.

Dies werde gerade im Zusammenhang mit der EU-Taxonomie deutlich, mit der festgeschrieben werden soll, welche Finanzinvestitionen ein grünes Siegel erhalten dürfen. Dass darin auch die Atomkraft und die Gasverbrennung positiv bewertet werden sollen, passt ihm gar nicht.

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„Da sind natürlich alle aus den Wolken gefallen, weil das kann ja wohl nicht sein, die sind ja nicht nachhaltig“, rügte er.

Michael Bloss will weiterhin die Subventionen für fossile Brennstoffe bekämpfen. Deutschland verwende 50 Milliarden Euro und Europa 150 Milliarden Euro dafür. „Immer noch geben wir das Geld, mit dem wir unsere Gesellschaft steuern wollen, in die falsche Richtung aus“, rügte er. Das Verbot von Neuzulassungen von Verbrennungsmotoren soll seiner Ansicht nach schon vor dem Jahr 2035 kommen.

Zu viele Schlupflöcher

Als ausgesprochen widersinnig erachtet er auch den Handel mit CO2-Scheinen, die an Unternehmen versteigert werden. Mit deren Erwerb darf eine bestimmte Menge Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen werden. Dass dieses System nicht wirklich funktioniert, liegt seiner Ansicht nach daran, dass es „unglaublich viele Schlupflöcher gibt, wo man sich wirklich an den Kopf langen muss“.

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So müssten innereuropäische und -deutsche Flüge keinen CO2-Preis zahlen. Darüber hinaus gingen 40 Prozent umsonst an die Unternehmen. „Das ist auch noch einmal eine Subvention. Sie können diese Verschmutzungsscheine dann einfach im Markt verkaufen und können dadurch noch einmal extra Geld einnehmen“.

Ein anderes Thema unserer Zeit durfte ebenfalls nicht fehlen. Svenja Hoffmann von der Grünen Jugend Singen-Hegau trug eindrücklich ein selbst verfasstes Gedicht vor, in dem sie ihre Erfahrungen, Sorgen und Ängste wegen der Corona-Pandemie ausdrückte. Der Lockdown vor fast zwei Jahren war genau an ihrem 17. Geburtstag in Kraft getreten.