Die Gäubahn hat Zuwachs bekommen. Seit Ende Oktober ist bekannt, dass auf der Strecke zwischen Stuttgart-Hauptbahnhof und Zürich ab Dezember 2022 ein neuer Zug namens „Gäu“ verkehren soll. So wurde der neue Kiss-Doppelstock-Intercity (IC) von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, getauft.

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Züge sollen bald bis Zürich durchfahren können

Damit macht die Deutsche Bahn (DB) auf der Strecke zwischen Stuttgart über Singen nach Zürich einen Schritt in Richtung Zukunft. „Die Kiss-Züge werden auf der Strecke Stuttgart–Zürich sehnlichst erwartet als Ablösung für die bisher eingesetzten unzuverlässigen IC2-Züge“, wird Matthias Lieb, Landesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschlands (VCD), in einer Pressemitteilung zitiert.

Endstation in Singen: Bis nach Zürich kann man mit dieser Gäubahn nicht durchfahren.
Endstation in Singen: Bis nach Zürich kann man mit dieser Gäubahn nicht durchfahren. | Bild: Steinert, Kerstin

Hintergrund der Kritik an den bisherigen Zügen ist, dass aufgrund von technischen Problemen die Züge von Stuttgart nicht bis in die Schweiz durchfahren konnten. Deshalb fahren im Wechsel Züge mit Wagen der Schweizerischen Bundesbahnen auf der Strecke Stuttgart–Zürich. „Die eigentlich vorgesehenen IC2-Züge der DB fahren nur auf der Strecke Stuttgart–Singen/Hohentwiel – doch die Zuverlässigkeit dieser Züge ist aufgrund von Software-Problemen unbefriedigend“, schreibt der VCD weiter.

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Der neue Zug Gäu soll dieses Problem nicht mehr haben. „Das Besondere an diesen Zügen ist, dass sie mit dem Schweizer Zugsicherungssystem ausgestattet sind. Das hat früher zu Problemen geführt. So wird die Verbindung nun zuverlässiger. Und man kommt ohne Umsteigen nach Zürich“, erklärte Huber bei der Zugweihe.

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Ab 2025 keine Direktverbindung nach Stuttgart Hauptbahnhof

Die Freude über die durchfahrenden Züge währt aber nur bis ins Jahr 2025. Eine Direktverbindung von Singen zum Stuttgarter Hauptbahnhof gibt es nur noch während dieser vier Jahre. Dann ist die Zugstrecke unterbrochen und die Endhaltestelle ist Stuttgart-Vaihingen. Grund sind weitere Baumaßnahmen für das Projekt Stuttgart-Ulm.

Ein Umstand, mit dem nicht alle einverstanden sind. So betont der VCD, dass eine im Rahmen von Stuttgart 21 geplante Unterbrechung der Verbindung für die Fahrgäste der Gäubahn nicht akzeptabel sei. Immerhin verbinde die Gäubahn 13 Prozent der Einwohner Baden-Württembergs mit der Landeshauptstadt.