Der Kreisverband der SPD Konstanz hat sich neu aufgestellt. Die Parteigenossen haben sich für eine Doppelspitze ausgesprochen. Am Dienstag, 9. März, haben sich Lina Seitzl, Bundestagsgeordnete, und Tim Strobel, Engener Gemeinderat, den Mitgliedern bei einer Vollsammlung der SPD zur Wahl gestellt. Sie übernehmen ab sofort als gleichberechtigte Doppelspitze die Führung und lösen damit Tobias Volz ab. Dieser führte die Partei seit 2014.

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Hilfe für die Ukraine

Der Krieg in der Ukraine und die Frage, wie Frieden in Europa dauerhaft gesichert werden kann, bestimmte die Vorstellungsreden der beiden neuen SPD-Vorsitzenden. So machte Tim Strobel deutlich, dass Europa auf die Bedrohung durch den russischen Angriffskrieg mit großer Einigkeit reagiert habe. Mit dieser Einigkeit müsse auf die bevorstehende „größte Flüchtlingswelle seit dem Zweiten Weltkrieg“ reagiert werden, sagte Seitzl. Der Bund schaffe für wirksame Hilfe die nötige finanzielle Basis, berichtete die Bundestagsabgeordnete.

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Geographische Randlage darf kein Nachteil sein

Doch der Blick von Seitzl und Strobel ist nicht nur in die Ukraine gerichtet, sondern auch auf den Landkreis Konstanz. So wolle der neue Kreisvorstand vor Ort „die Rolle der Partei als soziale und demokratische Stimme in der deutschen Politik stärken und sich als Volkspartei profilieren“, kündigte Strobel an. Dazu müsse die Partei auch vor Ort mit modernen Methoden „auf der Höhe der Zeit“ kommunizieren. Besonders die geographische Randlage liegen Seitzl und Strobel am Herzen. Diese dürfe nicht zu Nachteilen in der politischen Landschaft führen.

Tim Strobel (l.) und Lina Seitzl übernehmen als neue Doppelspitze des SPD-Kreisverbands Konstanz den Staffelstab von Tobias Volz.
Tim Strobel (l.) und Lina Seitzl übernehmen als neue Doppelspitze des SPD-Kreisverbands Konstanz den Staffelstab von Tobias Volz. | Bild: Steinert, Kerstin

Bessere Vernetzung in den Bundes- und Landtag

Außerdem soll die Vernetzung der kommunalen Mandatsträger mit der Bundes- und Landespolitik verstärkt werden, „denn wir verfügen vor Ort über ein hohes Maß an Wissen und Kompetenz“, sagte Lina Seitzl. Sowohl im Kreis als auch auf Landes- und Bundesebene müsse die SPD konkrete Lösungen für Probleme anbieten. Dabei seien die Lage auf dem Wohnungsmarkt und Verbesserungen in der Pflege besonders wichtig. Die wirtschaftliche Sicherung des Gesundheitsverbunds im Landkreis Konstanz sei die größte Herausforderung der Kreispolitik, betonte Tobias Volz, der weiterhin als Kreisrat tätig sein wird.

Als eine weitere wichtige Aufgabe sieht es Sascha Binder, Generalsekretär des SPD-Landesverbands, der ebenfalls auf der Vollversammlung sprach, politische Orientierung zu geben. Gerade jetzt, wo die SPD die führende Regierungspartei sei.

Winfried Kropp hört als Pressesprecher auf

Winfried Kropp hört als Pressesprecher des Kreisverbandes der SPD nach 20 Jahren auf.
Winfried Kropp hört als Pressesprecher des Kreisverbandes der SPD nach 20 Jahren auf. | Bild: Scherrer, Aurelia

Vor der Wahl musste der Kreisparteitag das Statut an die Regelungen der Bundespartei anpassen, um die Doppelspitze möglich zu machen. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Bürgermeister Marian Schreier aus Tengen und die 28-jährige Lehrerin Anne Meßmer aus Radolfzell gewählt. Pressesprecher Winfried Kropp kandidierte nicht mehr für den Kreisvorstand, dem er insgesamt 20 Jahre lang angehört hatte. Er betreut aber weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit des Singener SPD-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz.