Die SPD-Fraktion im Konstanzer Kreistag will den bisherigen Standort des Singener Krankenhauses nicht ohne nähere Untersuchung aufgeben. „Viele Bürgerinnen und Bürger aus dem Hegau können derzeit nicht verstehen, weshalb das Singener Klinikum am jetzigen Standort in spätestens zehn Jahren ausgedient haben soll“, heißt es in einer von Fraktionschef Ralf Baumert unterzeichneten Pressemitteilung.

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Der Fraktion komme die Begründung im Gutachten zur künftigen Struktur des Gesundheitsverbundes Landkreis Konstanz (GLKN) deutlich zu kurz, heißt es weiter. Mit wenigen Sätzen ohne belastbare Zahlen werde das Thema schnell zum Tabuthema erklärt. „Dies möchte unsere Fraktion so nicht stehen lassen.“

Die Fraktion fordert laut Baumert ein unabhängiges Sanierungsgutachten mit einer entsprechenden Raumbedarfsplanung, welches belastbare Zahlen bringen soll. „Erst dann haben wir im Kreistag alle notwendigen Fakten vorliegen, um über eine Sanierung des bestehenden Klinikums oder einen Neubau eines Zentralkrankenhauses entscheiden zu können“, so der Bürgermeister des Singener Nachbarortes Rielasingen-Worblingen.

Fehlende OP-Bereiche, beengte Notaufnahme, lange Wege

Ein Teil des Klinikums mit einem Park am Fuße des Hohentwiels stehe zwar unter Denkmalschutz, jedoch seien in den vergangenen Jahren nach und nach weitere Funktions- und Bettentrakte realisiert worden, schreibt der Fraktionschef weiter. Als jüngstes Gebäude sei ein großes Parkhaus entstanden; in unmittelbarer Nähe zum Klinikum wurde unlängst die neue DRK-Rettungswache in Betrieb genommen.

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Die Gutachter begründen den funktionalen Neubau auf der grünen Wiese vor allem mit dem Zustand des alten Klinikums. Ein Teil der Gebäude sei in die Jahre gekommen, und es bestehe seit vielen Jahren ein nicht unerheblicher Sanierungsstau, sowohl baulich als auch strukturell. Fehlende OP-Bereiche, eine beengte Notaufnahme, lange Wege und Mehrbettzimmer passten nicht mehr zu den gestiegenen Behandlungszahlen, den medizinischen Ansprüchen und den Ansprüchen der Beschäftigten und der Patienten.