Wie für viele andere Regionen gilt auch für den Kreis Konstanz: Die Lage in den Krankenhäusern bleibt ernst. Frank Hinder, ärztlicher Direktor am Hegau-Bodensee-Klinikum Singen, spricht in der wöchentlichen Corona-Konferenz des Landratsamts von „Zahlen auf hohem Niveau“. Aktuell seien 58 Patienten wegen Corona-Verdachts in Isolation, davon 38 in Singen, 20 in Radolfzell. Das Singener Krankenhaus behandle 25 Covid-19-Patienten, bei vier Patienten sei die Diagnose noch nicht bestätigt. Neun Personen lägen auf der Intensivstation. In Radolfzell seien 18 Fälle bestätigt, zwei seien in Abklärung.

Seit vielen Wochen im Pandemiebetrieb

Marcus Schuchmann, ärztlicher Direktor am Konstanzer Krankenhaus, zeichnet ein ähnliches Bild: 15 Covid-19 Patienten befänden sich im Moment auf der Normalstation, vier auf der Intensivstation, davon müssten drei invasiv beatmet werden. „Wir befinden uns seit vielen Wochen im Pandemiebetrieb“, sagt Schuchmann.

„Es sterben mehr Patienten“

Zum Teil habe man in Konstanz Stationen zusammen gelegt, das ermögliche es, die Patienten etwas schneller zu versorgen. „Im Moment beobachten wir, dass die Verläufe schwerer sind, es sterben mehr Patienten“, sagt Schuchmann. Neben dem gesteigerten Arbeitspensum belaste diese Situation Ärzte und Pfleger. Für alle gebe es deshalb das Angebot, mit Psychologen über das Erlebte zu sprechen.

Verschiebbare Operationen werden abgesagt

Nicht unbedingt notwendige Operationen würden verschoben, sagt Schuchmann, vor allem solche, bei denen die Patienten im Anschluss auf einer Intensivstation überwacht werden müssten. Punktuell gebe es die Möglichkeit, Patienten nach Freiburg zu verlegen, erläutert Frank Hinder, allerdings müsse man damit rechnen, dass sie wieder zurückverlegt würden. „Im Moment ist es überall sehr voll“, sagt er.

Am Freitag beginnt das Impfen in Singen

Hoffnung gibt nach wie vor die Aussicht, dass das KIZ am Freitag seinen Betrieb aufnimmt. Verfügbare Termine gebe es im Moment zwar keine, dafür würden ab Freitag aber all jene Personen, die einen Termin haben, auch geimpft, sagt Landrat Zeno Danner (parteilos) in der Konferenz. Ab dem Starttermin, 22. Januar, wenn auch alle anderen KIZ im Land öffnen, werde es pro Woche 300 Dosen Impfstoff für die zwei mobilen Impfteams geben. Sie sind für die Impfungen in Pflegeheimen reserviert.

975 Dosen Impfstoff für zwei Wochen

Insgesamt stünden für die Impfungen derzeit 975 Dosen für jeweils zwei Wochen bereit. Von dieser Menge müsse nichts zurückbehalten werden für die zweite Impfung, berichtet Danner. Für alle wird der Impfstoff von Biontech/Pfizer verwendet. Der Impfstoff der Firma Moderna sei zwar inzwischen zugelassen, werde aber nicht an die KIZ geliefert.

Besonders schnell wird es also nicht gehen, was den Impffortschritt angeht. Der Kreis Konstanz ist kein Sonderfall. Im Verhältnis zu anderen Landkreisen liege man leicht unterhalb des Schnitts.