„Die Zahlen steigen weiter. Auch relativ dramatisch“, sagt Landrat Zeno Danner zur Begrüßung bei der wöchentlichen Corona-Konferenz des Landratsamtes. Am Nikolaustag hatte Danner schon befürchtet, eine neue Allgemeinverfügung erlassen zu müssen. Am Sonntag lag die Inzidenz für den Kreis bei über 500, am Montag sah es auch lange danach aus.

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Wenn ein Landkreis an zwei Tagen in Folge bei einer Inzidenz von über 500 liegt, treten nach der aktuellen Corona-Verordnung des Landes schärfere Regeln ein. Diese würden vor allem Ungeimpfte treffen. „Die Inzidenz ist am Montag runtergefallen auf 451. Aber das ist alles andere als eine Entwarnung“, findet der Landrat.

Wie ist Lage in den Klinken?

Der Druck in den Kliniken ist kontant hoch. „Wir haben momentan einen Patienten auf der Intensivstation, acht auf der Normalstation. Davon sind sechs ungeimpft“, berichtet Marcus Schuchmann, Ärztlicher Direktor des Klinikums Konstanz. Leider seien vergangene Woche vier Patienten mit oder an Corona gestorben. Bei den Verstorbenen handelte es sich laut Schuchmann eher um ältere Patienten – „in der Regel ungeimpft“. Ebenfalls zu beachten sei, dass das Klinikum Konstanz vergangene Woche zwei Patienten aus anderen Krankenhäusern aufgenommen habe. „Es ist ein Langstreckenrennen“, so der Mediziner.

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In den Hegau-Bodensee-Kliniken (HBK) ist die Lage ähnlich, sagt Frank Hinder, Ärztlicher Direktor des HBK. „Die Krankenhäuser füllen sich mit den Patienten bei anhaltender hoher Inzidenz. Wir haben in den HBK-Kliniken 44 Covid-Patienten, davon elf auf der Intensivstation. Bis auf einen alle ungeimpft“, erzählt Hinder. Eine junge Patientin habe das Krankenhaus an das Universitätsklinikum nach Freiburg verlegen und gleichzeitig einen schwerkranken Patienten wieder mitnehmen müssen. „Einfach alle Krankenhäuser sind voll“, so das Resümee von Hinder.

Wie steht es um die Impfstützpunkte im Landkreis Konstanz?

Im Landkreis Konstanz gibt es immer mehr Impfangebote und Impfstützpunkte. Ihre Arbeit neu aufgenommen haben dabei die Stützpunkte in Singen (Scheffelstraße 20) und in Radolfzell (Milchwerk). Ab dem 9. Dezember wird wohl auch im Bodenseeforum in Konstanz gepikst. Ziel sei es, pro Tag in jedem Stützpunkt 500 Impfungen vorzunehmen. „Mal drei macht das 1500 Impfungen pro Tag“, rechnet Danner vor. Alleine bekomme man das nicht hin. „Das ist eine Gemeinschaftsproduktion“ von Landkreis, Kommunen und niedergelassenen Ärzten.

Bild 1: Landkreis Konstanz holt bei Impfungen gegen das Coronavirus auf
Bild: Schönlein, Ute

Erfreulich sei für den Landrat, dass der Landkreis Konstanz mittlerweile über der Impfquote des Landes Baden-Württemberg liege. „Wir sind, auch wenn es sich manchmal anders anfühlt, doch recht schnell in unserem Impffortschritt“, sagt Danner.

Kontaktnachverfolgungen sind eingeschränkt

Aufgrund der vielen Corona-Fälle hat das Landratsamt die Nachverfolgung von Kontaktpersonen angepasst. Nach den Vorgaben des Sozialministeriums Baden-Württemberg findet mittlerweile keine routinemäßige telefonische Fallkontaktierung mehr statt. Angerufen werden nur noch Personen über 70 Jahre. Die Luca-App werde laut Stefan Basel, Sozialdezernent des Landkreises, nur noch als Informationsmedium und nicht zur Nachverfolgung genutzt. „Wir schicken über die App Informationen raus, wenn es einen Corona-Fall gab“, erklärt Basel.