Plötzlich kracht es auf der MS Rhynegg. Die 27 Passagiere auf dem kleinen Schweizer Ausflugsschiff spüren, wie das Boot rüttelt. Es ist am Freitagnachmittag, 24. Juli (der SÜDKURIER berichtete kurz), gegen eine Spundwand und Markierungspfähle bei Altenrhein (Schweiz) gekracht.

Der Aufprall sei heftig gewesen, sagt SÜDKURIER-Mitarbeiter Olaf Schumann, der zufällig auf dem Schiff war. „Richtig laut wurde es aber, als das Schiff auf Grund lief“, erinnert er sich.

Auch SÜDKURIER-Mitarbeiter Olaf Schumann ist mit Schwimmweste und Mund-Nasen-Schutz ausgestattet.
Auch SÜDKURIER-Mitarbeiter Olaf Schumann ist mit Schwimmweste und Mund-Nasen-Schutz ausgestattet. | Bild: Olaf Schumann

Plötzlich manövrierunfähig

Eigentlich sollte es ein entspannter Ausflug mit dem Boot werden, aber dieser Nachmittag sei zu einem „kleinen Abenteuer“ geworden, sagt Schumann. „Wir sind erst ganz in Ruhe durch die wunderschöne Landschaft getuckert. An der Mündung des Altenrheins zum Bodensee hatte das Boot dann plötzlich Manövrierprobleme“, erzählt Schumann. Dann riss das Boot ein Seezeichen ab, „das dann durch die Strömung wegtrieb“.

Kurz darauf sei das Boot auf Grund gelaufen und bekam Schlagseite, berichtet Schumann: „Eine Lautsprecher-Durchsage gab es nicht“.

Der Bug des Schiffes ist durch den Aufprall beschädigt.
Der Bug des Schiffes ist durch den Aufprall beschädigt. | Bild: KANTONSPOLIZEI ST. GALLEN

Seerettung Rorschach nach 15 Minuten vor Ort

Die Matrosen seien aufgeregt auf dem Schiff herumgelaufen, der Motor lief auf vollen Touren. Nur das Schiff bewegte sich nicht. Als dann einige Passagiere direkt beim Kapitän nachfragten, kam der nächste Akt des kleinen Abenteuers: Die Crew hatte die Seerettung Rorschach angefunkt. Die Evakuierung stand bevor. „Nach etwa 15 Minuten waren zwei kleine Schiffe der Seerettung da“, erzählt Schumann.

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Schnell wurden Schwimmwesten verteilt und die 27 Passagiere und dreiköpfige Mannschaft in zwei Gruppen auf die anderen Schiffe verteilt. „Alles lief ganz ruhig ab“, sagt Schumann, der noch lange an diesen Nachmittag denken wird.

Bevor es auf die Schiffe der Seerettung Rorschach geht, werden Schwimmwesten angelegt.
Bevor es auf die Schiffe der Seerettung Rorschach geht, werden Schwimmwesten angelegt. | Bild: Olaf Schumann

Unglücksursache noch unbekannt

Warum das Schiff plötzlich nicht mehr manövrierfähig war, das ermittelt zurzeit die Kantonspolizei St. Gallen. Sie schreibt in einer Pressemitteilung: Beim Ausfahren aus dem Hafen Rheinspitz sei das Schiff aus bisher unbekannten Gründen kollidiert.

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Der Unfallhergang werde von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle in Zusammenarbeit mit dem Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei St.Gallen abgeklärt. Verletzt wurde niemand. Auch Schadstoffe seien nicht in den Bodensee gelangt. Wie hoch der entstandene Schaden sei, könne die Behörde nicht beziffern.

Die MS Rhynegg hat leichte Schlagseite.
Die MS Rhynegg hat leichte Schlagseite. | Bild: Kantonspolizei St. Gallen

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