Die Polizei ahnte es bereits, jetzt hat es sich bestätigt: Im Jahr 2020 sind die Unfallzahlen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz deutlich zurückgegangen. Genaugenommen um 17,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2019: 20.848, 2020: 17.285). Positiver Nebeneffekt: Auch die Zahl der getöteten und verletzten Personen ist gesunken. Das ergibt sich aus der jüngsten Verkehrsunfallstatistik.

Bild: Schönlein, Ute

Den Grund für den beträchtlichen Rückgang sieht die Behörde in der Corona-Pandemie. „Ohne Zweifel sind die Rückgänge, so erfreulich sie auch sind, vor allem auf die Pandemielage und den damit verbundenen zweimaligen Lockdown zurückzuführen, der zu einer deutlichen Reduzierung des motorisierten Straßenverkehrs führte“, wird der Leiter des Polizeipräsidiums Konstanz, Polizeipräsident Gerold Sigg, in der Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Konstanz zitiert.

Weniger Unfälle, Verletzte und Tote

6510 Mal kam es im Kreis Konstanz zu Verkehrsunfällen. Im Vorjahr 2019 führt die Statistik noch 7826 Unfälle an. 1386 Personen wurden 2019 bei einem Unfall verletzt, 2020 sank die Anzahl der Verletzten um 7,3 Prozent auf 1285.

Auch die Anzahl der Getöteten hat sich reduziert: von 8 auf 7 Personen. Ebenso die Anzahl der Schwerverletzten: Sie ging von 252 auf 219 Personen zurück – ein Minus von 13,1 Prozent. Leichtverletzte gab es 2020 nur 1159 (im Vorjahr 2019: 2548).

Ein Rad liegt auf einem Radweg.
Ein Rad liegt auf einem Radweg. | Bild: Thomas Kunz

Mehr Radfahrer unterwegs

Die Zahl der Unfälle, an den Fahrradfahrer beteiligt waren, ist laut Polizei um knapp 20 Prozent von 768 in 2019 auf 920 im Laufe des Jahres 2020 gestiegen. Besonders auffällig ist der starke Anstieg (92 Prozent) bei den Fahrradunfällen außerhalb geschlossener Ortschaften. Das ist für die Polizei ein Indiz dafür, dass sich das Freizeitverhalten der Menschen geändert hat.

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Da auch die Zahl der Unfälle innerhalb von Ortschaften gestiegen ist (2020: 753, 2019: 681), will die Polizei ihr Augenmerk nun verstärkt auf Radfahrer richten, indem sie gezielte Kontrollen durchführt. Immerhin sind laut der Statistik 40 Prozent der Fahrradunfälle selbst verursacht.

34 Anzeigen wegen Autorennen

Ein immenses Risiko sieht die Polizei in illegalen Autorennen – besonders auf Autobahnen und den mehrspurig ausgebauten Bundesstraßen im Landkreis. „So etwas ist unverantwortlich und zu Recht mit empfindlichen Sanktionen belegt“, so der Konstanzer Polizeipräsident.

Symbolbild
Symbolbild | Bild: Gradt - Fotolia

Insgesamt 34 Autofahrer wurden wegen illegaler Rennen 2020 angezeigt, in zwölf Fällen wurden die Wagen der Beschuldigten beschlagnahmt. Aufgrund dessen, möchte die Behörde Geschwindigkeitskontrollen einführen. Auch weil überhöhte Geschwindigkeiten Unfallursache Nummer eins ist.

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