143 lautet die magische Zahl, die der Landkreis Konstanz bei den Neuansteckungen nicht überschreiten darf. Beim 144. Neuinfizierten innerhalb einer Woche kann ein erneuter Lockdown drohen. Aktuell ist der Landkreis weit von dieser Zahl entfernt – im positiven Sinn.

Keine neuen Krankheitsfälle seit Freitag

„Wir sind in der erfreulichen Situation, dass wir seit Freitag keine neuen Fälle verzeichnen“, sagt der Konstanzer Landrat Zeno Danner am Dienstag bei der wöchentlichen Corona-Konferenz des Landratsamts. Seit Montag habe das Gesundheitsamt Konstanz nur noch 30 Infizierte gezählt, die durch Labortests in Konstanz oder Singen bestätigt wurden. Die Zahl der Genesenen steige immer mehr an.

Das könnte Sie auch interessieren

„Aber“, sagt Danner, „das zeigt auch das Dilemma einer guten Nachricht: Wir haben einen weiteren Toten zu beklagen.“ Bei dieser Person handle es sich um einen 80-Jährigen, der mit erheblichen Symptomen ins Krankenhaus gekommen sei. Doch erst in der Klinik stellte man fest, dass er an dem Erreger Covid-19 erkrankt war.

Polizei meldet: Kontrollen sind schwieriger geworden

Während die Ansteckungszahlen einen Grund zur Freude bieten, hakt es an einer anderen Stelle. „Die Polizei meldet, dass die Kontrolle bezüglich des Mindestabstandes und der Maskenpflicht schwieriger geworden ist. Ich kann das unmittelbar nachvollziehen, wenn ich an den entsprechenden Flächen am Seeufer die Leute sehe“, gibt Danner zu verstehen. „Wir können uns Lockerungen nur erlauben, wenn es die epidemiologische Lage zulässt“, sagt er. Deshalb müsse man weiterhin wachsam sein.

„Wir können uns Lockerungen nur erlauben, wenn es die epidemiologische Lage zulässt.“ Konstanzer Landrat Zeno Danner
„Wir können uns Lockerungen nur erlauben, wenn es die epidemiologische Lage zulässt.“ Konstanzer Landrat Zeno Danner

Auch das Landratsamt Konstanz will aufmerksam bleiben. Die Behörde hat ein Konzept für die Reaktion auf wieder steigende Fallzahlen erstellt. Sollte es zum Beispiel zu 30 bis 50 Neuinfektionen im Landkreis kommen, werde man zunächst schauen, ob sich die Ansteckungen auf einen bestimmten Bereich oder Ort konzentrieren. Sei das der Fall, werde man sich mit dem Bürgermeister, der Ortspolizei und dem Polizeivollzugsdienst zusammensetzen und verstärkte Maßnahmen in dem Bereich erlassen. „Die Ortspolizei wird dann zum Beispiel mehr kontrollieren“, erklärt Danner.

Das könnte Sie auch interessieren

Verschärfte Kontaktverbote sind rein hypothetische Überlegungen

Bei mehr als 70 bis 100 Neuinfektionen an einem Ort sei es denkbar, das Kontaktverbot lokal zu verschärfen. „Vielleicht werden wir dann auch eine weitere Maßnahme ergreifen, etwa dass kein Betrieb in Gaststätten mit geschlossenen Räumen zulässig ist“, sagt der Landrat. Allerdings seien das bisher rein hypothetische Überlegungen. Maßnahmen, die größere wirtschaftliche Folgen haben könnten, sollen erst einmal vermieden und hinausgezögert werden. Entscheidend sei aber, dass man „gar nicht an die Grenze von 143 Neuinfizierten pro Woche kommt, wo man an einen erneuten Lockdown denken muss“.