Kreisrat ist an Corona erkrankt

Wer gegen 11 Uhr vor dem Corona-Abstrichzentrum in Konstanz wartet, war in der jüngsten Kreistagssitzung am Montag, 19. Oktober, in Singen – und dort gab es einen Corona-Fall. Alle Teilnehmer der Kreistagssitzung – ob Politiker, Verwaltungsbeamter, Besucher oder Presse – sind damit automatisch Kontaktpersonen zweiten Grades.

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Patient Null ist ManfredOssola, Bürgermeister von Aach und Mitglied bei den Freien Wählern. Ihm geht es den „Umständen entsprechend gut“, sagt er am Telefon. Er hört sich leicht

verschnupft an. Generell fühle es sich wie eine übliche Erkältung an. „Wenn ich am Sonntag oder Montag gewusst hätte, dass ich krank bin, wäre ich so verantwortungsbewusst gewesen und wäre weder in die Fraktionssitzung meiner Partei noch zur Kreistagssitzung gekommen“, erklärt er.

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Die ersten Symptome habe er am Mittwoch bemerkt, tags zuvor habe er schon im Homeoffice gearbeitet. „Es hat mit Fieber angefangen. Ich hatte 39.5 Grad“, erzählt er.

Hausarzt emfiehlt Corona-Test

Der Hausarzt empfahl ihm daraufhin einen Corona-Test. Durch das Landratsamt erhält er am nächsten Tag einen Termin zum Abstrich. 18 Stunden nach dem Test kann Ossola das Ergebnis in seiner Corona-Warn-App abrufen. „Der positive Befund hat mich schon überrascht“, sagt er. Wo er sich angesteckt haben könnte, könne er aber nicht rekonstruieren.

Ab diesem Zeitpunkt geht alles ganz schnell. Freitagabend informiert das Gesundheitsamt alle Betroffenen – immerhin 102 Personen. Sie alle waren im Kreistag. Sie können, wenn sie wollen, gleich am Montag einen Corona-Test machen. Automatisch zu Kontaktpersonenersten Grades werden die Fraktionsmitglieder (12 Personen) der Freien Wähler. Die restlichen Kreistagsteilnehmern (90) werden zu Kontaktpersonen zweiten Grades.

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15 Kreisräte lassen sich in Singen und Konstanz testen

Dem Angebot eines Corona-Tests folgen in Konstanz und Singen 15 Kreisräte – so zum Beispiel auch Dorothee Jacobs-Krahnen von den Grünen. „Zwischen mir Herrn Ossola saßen drei Räte. Und da ich zur Risikogruppe gehöre, wollte ich den Corona-Test machen. Man weiß ja nie.“ Zudem sei ihre Corona-App mittlerweile auf die höchste Warnstufe umgesprungen.

„Da ich zur Risikogruppe gehöre, wollte ich den Corona-Test machen. Man weiß ja nie“Dorothee Jacobs-Krahnen, Grüne
„Da ich zur Risikogruppe gehöre, wollte ich den Corona-Test machen. Man weiß ja nie“Dorothee Jacobs-Krahnen, Grüne | Bild: Steinert, Kerstin

Parteikollege Normen Küttner ist aus einem ähnlichen Grund da. Auch seine Corona-Warn-App hat ihm viele mögliche Kontakte aufgezeigt. „Es kann mit der Kreistagssitzung zusammenhängen. Aber ich vermute auch, dass im Schienenersatzverkehr ein Corona-Fall war. Ich hatte vier Kontakte. Alle in der vergangenen Woche“, sagt er.

„Ich vermute auch, dass im Schienenersatzverkehr ein Corona-Fall war. Ich hatte vier Kontakte.“Normen Küttner, Grüne
„Ich vermute auch, dass im Schienenersatzverkehr ein Corona-Fall war. Ich hatte vier Kontakte.“Normen Küttner, Grüne | Bild: Steinert, Kerstin

Auch Antje Behler, von der Fraktion Die Linke, ist an diesem Morgen zum Abstrich gekommen. „Die Sitzung ging immerhin fünfeinhalb Stunden, auch wenn die Lüftung gut funktioniert – eine gewisse Unsicherheit bleibt zurück“, sagt sie.

„Die Sitzung ging immerhin fünfeinhalb Stunden – eine gewisse Unsicherheit bleibt zurück.“Antje Behler, Die Linke
„Die Sitzung ging immerhin fünfeinhalb Stunden – eine gewisse Unsicherheit bleibt zurück.“Antje Behler, Die Linke | Bild: Steinert, Kerstin

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