Der Winter kommt. Und zwar mit einem rechten Haken aus Norwegen. „Ich würde nicht von Russen-Peitsche sprechen“, sagt Jürgen Schmidt, Meteorologe bei Wetterkontor. Er mag die Bezeichnung nicht, die umgangssprachlich eine aufkommende Kältewelle aus dem Norden beschreibt.

Der Wetterexperte erklärt: „Die Kälte kommt in jeden Fall auch zu uns. Schwerpunktmäßig liegt sie noch über dem Norden und rückt langsam in den Süden vor. Am dritten Adventswochenende wird die Kälte aber auch den Bodensee erreichen.“

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Am Sonntag soll es schließlich schneien

Das klingt danach, als ob die Menschen am Bodensee und im Hegau jetzt ihre Fäustlinge auspacken müssen. „Ja, das ist ratsam. Eventuell auch die Schneeschaufel“, sagt Schmidt. Denn ja, auch der erste Schnee für diesen Winter könnte am Wochenende fallen. „Die Temperatur sinkt am Freitag und Samstag auf ungefähr 2 Grad Celsius. Sonntag wahrscheinlich auf 0 Grad“, sagt er bei der Auswertung der Wetterdaten. Es könne also sein, dass die Menschen in der Region am Sonntagmorgen auf eine Schneedecke blicken.

Doch wie viel Schnee wird fallen? Das könne der Wetterexperte nicht sagen. „Es kann schon sein, dass es für einen Schneemann reicht“, sagt er. Es könne aber auch sein, dass die Karotte größer sein wird als der ganze Schneemann.

Auch im Januar 2021 konnten die Kinder am Bodensee einen Schneemann bauen. Können sie das am dritten Adventswochenende wieder?
Auch im Januar 2021 konnten die Kinder am Bodensee einen Schneemann bauen. Können sie das am dritten Adventswochenende wieder? | Bild: Scherrer, Aurelia | SK-Archiv

Das sei auch davon abhängig, ob die Kaltluft an den Alpen hängen bleibt. Denn nicht nur die Kaltluft aus dem Norden ist für die Wetterlage derzeit verantwortlich, sondern eben auch die Kaltluft, die aus Oberitalien über die Alpen weiter nach Polen ziehe. „Im Allgäu wird es ziemlich sicher schneien“, stellt Schmidt in Aussicht.

Es wäre an der Zeit für weiße Weihnachten

Bleibt es dann bis Weihnachten so kalt? Wie stehen die Aussichten für weiße Weihnachten in diesem Jahr? „Es kann sein, dass es kommende Woche wieder etwas milder wird. Das ist zurzeit schwer vorherzusagen. Die Wetterlage ist momentan sehr kompliziert“, erklärt Schmidt. Denn oft sei es so, dass Anfang bis Mitte Dezember ein Wintereinbruch komme, die Weihnachtsfeiertage aber eher warm ausfielen.

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„Die letzten weißen Weihnachten hatten wir 2010. Es wäre also jetzt mal wieder an der Zeit“, findet auch der Meteorologe. Eine genauere Vorhersage, ob es wirklich schneien wird zu Heiligabend, könne man erst so acht bis zehn Tage vor dem 24. Dezember treffen. Auch ob es kalt bleiben würde, könne Schmidt noch nicht mit Sicherheit sagen. „Für die Heizkosten wäre es besser, wenn es nicht dauerhaft frostig bleibt. Aber an Weihnachten wünscht man sich schon Schnee“, sagt er.

Setzt man voraus, dass weiße Weihnachten eine mindestens einen Zentimeter dicke Schneedecke vom 24. bis zum 26. Dezember bedeutet, gab es in den vergangenen 100 Jahren laut dem Deutschen Wetterdienst genau sechs Mal weiße Weihnachten im gesamten Gebiet von Deutschland. Nämlich 1906, 1917, 1962, 1969, 1981 und 2010.

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