Zur Abwechslung beginnt Landrat Zeno Danner die wöchentliche Corona-Konferenz mit guten Nachrichten: „Die Infiziertenzahlen gehen zurück, das zeigt die Inzidenzrate, aber auch die inzwischen entspanntere Lage in den Kliniken“, sagt er.

An den Kliniken herrscht Erleichterung

Die Chefärzte bestätigen den Trend: Die Erleichterung sei zu spüren, bestätigt Frank Hinder, ärztlicher Direktor am Hegau-Bodensee-Klinikum Singen. Aus sechs Allgemeinstationen, die zu Covid-19-Stationen wurden, plus einer Intensivstation habe man nun vier Covid-19-Stationen plus Intensivstation gemacht. In Singen seien elf Infizierte auf der Normal-, vier auf Intensivstation. Das Radolfzeller Krankenhaus behandele zehn Patienten auf der Normalstation, zwei Verdachtsfälle gebe es.

Auch in Konstanz: nur wenige Covid-Erkrankte

Auch am Konstanzer Klinikum entspannt sich die Lage zusehends. Vier gesicherte und zwei Verdachtsfälle von Covid-19 gebe es dort, ein Patient werde aktuell beatmet, berichtet Marcus Schuchmann, Ärztlicher Direktor am Konstanzer Klinikum.

  • Die Mutationen: Nicht jede Nachricht stimmt die Verantwortlichen im Landratsamt optimistisch: In Stockach ist ein Fall eines mutierten Virus aufgetreten, bei dem nicht festgestellt werden konnte, dass die erkrankte Person oder eine Kontaktperson im Ausland unterwegs gewesen wäre. Das bedeutet: Auch die mutierten Varianten der Krankheit hätten sich bereits in der Bevölkerung verbreitet, sagt Danner. „Die betreffende Mutation wurde zufällig festgestellt, da im Moment eine größere Zahl an positiven Proben sequenziert wird“, erläuterte Danner.
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  • Sequenzierung: Derzeit, also in dieser Woche, würden in mehreren Laboren alle positiven Proben sequenziert, berichtet Hannes Winterer, Leiter des Gesundheitsamts. Dies sei der Auftakt einer Maßgabe der Bundesregierung, die damit erreichen will, dass man mehr über die bereits erfolgte Verbreitung der Mutationen erfährt. Allerdings seien nicht alle Labore, mit denen der Landkreis zusammenarbeite, in der Lage, zu sequenzieren. In den Folgewochen werde nicht mehr jede positive Probe sequenziert werden, sondern fünf Prozent der positiven Proben – so eine Verordnung der Bundesregierung.
  • Impfungen: Beim Impfen gehe es ein wenig, aber nicht wesentlich beschleunigt voran, berichtet Zeno Danner. Das Kreisimpfzentrum erhalte nach wie vor dieselbe Anzahl an Impfdosen pro Woche, 1170, von denen allerdings die Hälfte für die zweite Impfung zurückgehalten werde. Das mobile Impfteam aus Freiburg sei in den Heimen unterwegs. „Bis Mitte Februar werden nicht alle Bewohner jedes Pflegeheims geimpft sein“, dämpft Danner die Erwartungen. Im Moment bereite das Land Baden-Württemberg ein Schreiben an alle Bürger über 80 Jahren vor, um ihnen den weiteren Fortgang der Impfstrategie persönlich zu erläutern.