Hacker-Angriffe sind der Schrecken jedes Unternehmens. Trifft es aber ein Krankenhaus, ist der Schrecken noch größer. Vergangene Woche haben Cyber-Kriminelle erfolgreich die Kliniken des Medizin Campus Bodensee (MCB) in Friedrichshafen und Tettnang gehackt. Ein Hacker-Angriff legte den Betrieb der Kliniken lahm.

Solche Angriffe sind keine Seltenheit. Auch der Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) kennt solche Attacken. „Am GLKN, wie bei allen im Internet präsenten Unternehmen oder Personen, finden jeden Tag eine Vielzahl von zumeist automatisierten Angriffen statt. Über direkte, zielgerichtete und erfolgreiche Hacker-Angriffe können wir nicht berichten“, schreibt Andreas Jagode, Pressesprecherin des GLKN, auf Nachfrage.

„Moralisch verwerflich“

Auch Bernd Sieber, Geschäftsführer des GLKN, beunruhigt der Angriff auf die benachbarten Krankenhäuser. „Selbstverständlich bereitet mir der Angriff auf den Medizin Campus Bodensee Sorgen – insbesondere die Motivation, ein Unternehmen der Krankenversorgung anzugreifen, welches in Zeiten von Corona ohnehin alle Hände voll zu tun hat. Ich halte dies nicht nur für kriminell, sondern auch moralisch verwerflich“, erklärt der Geschäftsführer.

Der Angriff auf den MCB habe auch die Verantwortlichen im GLKN alarmiert. „Selbstverständlich haben wir den Angriff intern analysiert und daraufhin geprüft, wo unsererseits organisatorisch und infrastrukturell nachgebessert werden müsste, um derartige Angriffe gut zu bestehen“, sagt er.

Völliger Stillstand unwahrscheinlich

Wären die Kliniken des GLKN nach einem Cyber-Angriff noch betriebsfähig? Ja, sagt Andrea Jagode: „Am GLKN sind angemessene organisatorische und technische Vorkehrungen getroffen, die unsere IT-Systeme und die dort verarbeiteten Daten entsprechend schützen“, so die Erklärung aus dem GLKN.

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Zwar könnten einige klinische Prozesse empfindlich gestört werden. Aber medizinische Anlagen wie Ultraschall-, CT- und Röntgenapparate würden weiterhin funktionieren. Ein völliger Stillstand sei unwahrscheinlich.