Gähnende Leere überall in den Häfen rund am westlichen Bodenseeufer. Der Yachtclub Radolfzell: leer. Der Sportboothafen Staad: leer. Der Hafen des Segelclub Bodman: leer.

Der Hafen des Wasersportclubs Wäschbruch in Radolfzell ist momentan auch ziemlich leer.
Der Hafen des Wasersportclubs Wäschbruch in Radolfzell ist momentan auch ziemlich leer. | Bild: Steinert, Kerstin

Schlechte Nachrichten für Bootsbesitzer. Die Häfen im Bodensee sind aufgrund des Coronavirus erst mal außer Betrieb. Die Landesregierung hat in einer Verordnung erlassen, dass alle öffentlichen und privaten Sportanlagen und Sportstätten ihren Betrieb einstellen müssen. Dazu zählen auch laut baden-württembergischen Verkehrsministerium Gemeindehäfen als auch Vereins- und Privathäfen. Der Grund: Yacht- und Sportboothäfen dienten der Freizeitgestaltung und seien deshalb, wie andere Sportstätten auch, geschlossen. Aber es gibt Ausnahmen.

Auch der Steg in Horn ist geschlossen

„Das betrifft leider auch unseren Hafen. Wie eigentlich überall am Bodensee„, sagt Jürgen Schulz. Er ist Hafenmeister in Horn, welches am Untersee liegt. Bis auf Weiteres sei dort der Betrieb eingestellt. Das betrifft vor allem die Logitik: Keine Sanitäranlagen, kein Wasserleitung am Steg und kein Strom.

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Auch Ralf Kaufmann, Hafenmeister in Wallhausen, sagt: „Unser Hafen ist auch außer Betrieb.“ Die Sauganlage für die Reinigung der Toiletten an Bord ist aus und die Stege sind gesperrt. „Wir halten uns an die Coronavorschriften“, sagt Kaufmann. „Aber“, sagt Kaufmann, „wer sein Boot schon im Wasser hat, darf es auch betreten. Auch an- und ablegen kann man bei uns. Unser Kran ist auch im Betrieb, sodass wir Boote ins Wasser lassen können.“

Ein Steg im Hafen Wallhausen. Nur wenige Boote sind schon zu Wasser gelassen. Normalerweise ist es um diese Jahreszeit schon etwas voller.
Ein Steg im Hafen Wallhausen. Nur wenige Boote sind schon zu Wasser gelassen. Normalerweise ist es um diese Jahreszeit schon etwas voller. | Bild: Steinert, Kerstin

Denn das ist trotz der Vorordnung nicht verboten, solange die Vorgaben der Corona-VO hinsichtlich Personenzahlbegrenzung (maximal zwei Personen oder Mitglieder des eigenen Haushalts) und Abstandsregelungen eingehalten werden.

Vorstand des Yachtsclubs Ludwigshafen Bodensee appelliert an Vernunft

Ganz geschlossen ist auch der Yachtclub Ludwigshafen Bodensee (YLB). Der Verein teilt auf seiner Homepage mit: Die Hafenanlage des YLB ist bis zum 19. April 2020 geschlossen. Dies betreffe auch die Toilettenanlagen, weil man die notwendigen hygienischen Standards nicht garantieren könne. Der Vorstand appelliert: „Von allen unseren Mitgliedern erwarten wir, dass Sie sich an die Verordnung der Landesregierung halten, egal ob Sie die Ergreifung dieser Maßnahmen als sinnvoll erachten oder nicht.“

In Ludwigshafen ist nicht nur der Hafen selbst gesperrt – auch die Promenade, die zum Hafen führt. Der leere Hafen ist nur aus der Ferne zu betrachten.
In Ludwigshafen ist nicht nur der Hafen selbst gesperrt – auch die Promenade, die zum Hafen führt. Der leere Hafen ist nur aus der Ferne zu betrachten. | Bild: Steinert, Kerstin

Wenig los ist dieser Tage auch im Konstanzer Yachtclub. Die Clubhäuser und Sanitäranlagen sind geschlossen, der Betrieb des Hafens bis auf Weiteres eingestellt, heißt es auf der Homepage des Konstanzer Vereins. Aber: „Boote können theoretisch ins Wasser gebracht und bei Segelyachten kann der Mast gestellt werden“ heißt es auf der Homepage.

Wallhausens Hafenmeister Ralf Kaufmann hütet gerade einen Hafen, mit nur wenigen Booten im Wasser.
Wallhausens Hafenmeister Ralf Kaufmann hütet gerade einen Hafen, mit nur wenigen Booten im Wasser. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Dem Wallhauser Hafenmeister Ralf Kaufmann beunruhigt die Lage nicht. „Die Saison wäre jetzt erst losgegangen. Vielleicht lockern sich die Vorschriften bis Mai noch. Für viele Bootsfahrer geht die Saison dann richtig los. Im Mai ist es einfach wärmer“, sagt er. Wirklich viel Zeit ginge dem Wassersport im Idealfall nicht verloren.

Die Auslegung, wie die Corona-Vorschriften an den Häfen umzusetzen ist, ist aber von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.

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