Die Zahl der mit Covid-19 Infizierten ist rückläufig, genau vier Personen sind von Montag auf Dienstag neu erkrankt, wie Landrat Zeno Danner in der wöchentlichen Corona-Konferenz sagt. Bisher ist kein Fall der gefürchteten Delta-Mutation nachgewiesen. In den Krankenhäusern sei „die Lage sehr überschaubar“, wie Danner es formuliert. Es werden nur noch eine Handvoll Covid-19-Patienten dort behandelt.

Viele haben bereits eine Impfung

Das ist die Folge davon, dass viele Bewohner des Landkreises inzwischen eine oder gar zwei Impfungen erhalten haben. Doch der Impffortschritt könnte schon wieder ins Stocken geraten. Impfwillige erreichen beim Kreisimpfzentrum (KIZ) nichts als den virtuellen Warteraum. Dort gibt es im Moment keinen Stoff für Erstimpfungen.

Warum ist Impfstoff weiterhin so knapp?

Ein Hauptgrund liegt darin, dass das Land im Juni nicht wie angekündigt mehr Impfstoff an die Impfzentren liefert als im Mai. Es würde aber mehr gebraucht: Jetzt stehen bei sehr vielen Impfberechtigten die Zweitimpfungen an und für diesen Bedarf werde momentan das Kontingent an Biontech-Impfstoff aufgebraucht, das dem KIZ zur Verfügung steht.

6500 Zweitimpfungen pro Woche

Dort finden wöchentlich etwa 6500 Zweitimpfungen statt. Hinzu komme, dass sehr viele Personen unter 60 Jahren im Kreis Konstanz zunächst mit Astrazeneca geimpft wurden, erläutert Jens Bittermann, Leiter des KIZ Singen. Sie haben bei der zweiten Impfung Anspruch darauf, dass sie Biontech gespritzt bekommen. Somit ist der Bedarf am Biontech-Vakzin für die Zweitimpfungen noch höher.

Auch die Warteliste wird derzeit nicht abgearbeitet

„Auch jenen über 65 Jahren, die auf der Warteliste stehen, können wir zurzeit nichts anbieten“, erläutert Jens Bittermann. Nur mobile Impfteams (MIT) erhalten Impfstoff für Erstimpfungen.

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Diese Teams wiederum werden nächste Woche damit beschäftigt sein, Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften zu impfen. Den Anfang machte das Flüchtlingsheim in der Steinstraße in Konstanz mit 64 geimpften Personen. „Das sind 70 Prozent der Impfberechtigten in dieser Unterbringung“, sagt Landrat Zeno Danner. Das Landratsamt hatte Gesundheitspaten eingesetzt, um aufzuklären – ebenfalls Flüchtlinge, die von Ärzten geschult wurden und ihre Mitbewohner in der Muttersprache informieren konnten. Darauf führt Danner es zurück, dass sich so viele Bewohner zum Impfen bereit erklärten.

In der kommenden Woche sollen die Bewohner der übrigen Flüchtlingsunterkünfte im Kreis eine Möglichkeit zum Impfen erhalten. Es geht um weitere drei Heime in Konstanz, außerdem in Radolfzell, Singen und ein kleineres auf der Höri. Insgesamt seien 382 Flüchtlinge impfberechtigt, 245 hätten ihre Bereitschaft dazu bekundet, weitere 32 seien unschlüssig, sagt Danner.

Eine Perspektive gibt es für alle anderen Impfwilligen erst wieder ab Juli. Dann soll im KIZ wieder Impfstoff für Erstimpfungen bereitstehen.

Was ist mit der Maskenpflicht?

Auch zur aktuell diskutierten Maskenpflicht äußert sich der Landrat. „Wir haben uns viele schmerzlich vermisste Freiheiten wieder erkämpft. Mit ihnen sollten wir sorgsam umgehen“, sagt er. Eine Maske sei leichter zu tragen als viele andere Einschränkungen. Daher plädiere er dafür, die Maskenpflicht vorerst beizubehalten.