Eigentlich sieht die Sieben-Tage-Inzidenz für den Kreis Konstanz nicht gut aus. „Wir sind einer der Landkreise, die die höchste Sieben-Tage-Inzidenz aufweisen“, sagt Landrat Zeno Danner bei der wöchentlichen Corona-Konferenz des Landratsamtes. Genau gesagt ist die Inzidenz seit 20 Tagen nicht mehr unter die Marke 50 gesunken; seit dem 22. Februar sogar nicht mehr unter 70.

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Die rechtliche Grundlage für eine Ausgangssperrre

Laut dem Landesgesundheitsamt liegt die Inzidenz für den Kreis momentan bei 85,2 (Stand: 1. März). Droht den Menschen im Kreis Konstanz bald wieder eine Ausgangssperre? In der aktuellen Corona-Verordnung des Landes steht: „Die Stadt- und Landkreise sind angewiesen, nächtliche Ausgangsbeschränkungen von 21 bis 5 Uhr per Allgemeinverfügung umzusetzen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner sieben Tage in Folge bei einem diffusen Infektionsgeschehen überschritten ist.“

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Wirklich diffus ist das Infektionsgeschehen im Kreis nicht. Der Anstieg der Corona-Fälle steht im Zusammenhang mit einigen Ausbrüchen in Unternehmen, unter anderem Hügli in Radolfzell und Rival in Stockach. Landrat Danner möchte daher vorerst keine nächtliche Ausgangssperre: „Ich tue mich da extrem schwer mit so einer harten Maßnahme, deren Erfolge nicht sicher sind.“

Konstanzer Landrat Zeno Danner
Konstanzer Landrat Zeno Danner | Bild: Lechler, Timm

Ab einer Inzidenz von 100 sieht Landrat handlungsbedarf

Die meisten Ansteckungen passierten aktuell im beruflichen oder im häuslichen Umfeld. „Da hilft eine Ausgangssperre ab 21 Uhr auch nicht“, so Danner. Komplett ausgeschlossen sei es trotzdem nicht. „Wenn die Inzidenzen Richtung 100 und drüber gehen, dann muss man da verschärft dran denken“, sagt er. Der Fokus des Landratsamtes und des Gesundheitsamtes liege vielmehr darauf, Infektionen am Arbeitsplatz zu vermeiden.

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Aus diesem Grund führe das Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit den Unternehmen vermehrt große Testaktionen durch. „In den vergangenen zwei Tagen haben wir so rund 800 Abstriche in Unternehmen gemacht“, sagt Landrat Danner und weist daraufhin: „Aber wer mehr testet, findet auch mehr Fälle.“