Wer jetzt noch dringend Kleidung einkaufen möchte, sollte sich beeilen. Am Dienstag ist die Sieben-Tages-Inzidenz im Kreis Konstanz auf über 100 gestiegen, worüber Landrat Zeno Danner in der Corona-Konferenz des Landratsamts informiert. Wenn die Inzidenz drei Tage in Folge jenseits der 100 bleibt, treten zwei Tage später laut Landesverordnung wieder die Regeln in Kraft, die vor dem 8. März galten.

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Das heißt: Geschäfte müssen wieder komplett schließen, die Kontaktregeln lassen ein Treffen nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts zu. Bliebe also die steigende Tendenz, wäre die Rücknahme der Lockerungen ab Samstag der Fall. „Wir hoffen, dass dies nicht eintritt“, sagt Danner.

Die Lage in den Kliniken

Auch dort sei ein Anstieg der Corona-Fallzahlen wieder zu spüren, wie die beiden ärztlichen Direktoren berichteten. Im Konstanzer Klinikum werden aktuell 14 Patienten stationär behandelt. Drei seien auf der Intensivstation, zwei von ihnen beatmet, berichtet Ivo Quack, ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme. „Es ist eine Verdoppelung seit letzter Woche“, ergänzt er. Zu beobachten sei auch eine Veränderung im Alter der Patienten: Etwa ein Drittel seien über 80 Jahre alt, ein weiteres Drittel zwischen 60 und 80 und ein Drittel zwischen 50 und 60. Ein Hinweis sowohl darauf, dass Hochbetagte weniger oft erkranken, da viele Pflegeheimbewohner geimpft seien, aber auch darauf, dass Covid-19 nun vermehrt Jüngere treffe.

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An den Kliniken in Singen und Radolfzell befänden sich 22 Patienten in Isolation, wie Frank Hinder, ärztlicher Direktor des Hegau-Bodensee-Klinikums in Singen, berichtet, zwölf in Singen, zehn in Radolfzell. Drei Patienten in Singen lägen auf der Intensivstation. „In Radolfzell bereiten wir eine zweite Station vor und auch in Singen treffen wir Vorkehrungen.“

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Die Lage in den Kitas

Aktuell seien neun Kindertagesstätten von Covid-19-Fällen betroffen, wie Marlene Pellhammer, Pressesprecherin des Landratsamts auf Nachfrage des SÜDKURIER, erläutert. In diesen neun Kitas seien zwölf Personen positiv auf Covid-19 getestet, davon sei bei sechs Fällen bestätigt, dass es sich um die britische Mutation handle.

Infektionsherd und Mutationen

Genau lokalisieren könne man den Ursprung der Infektionen inzwischen nicht mehr, sagt Hannes Winterer, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts. „Es gab Abstriche und Infektionsgeschehen in mehreren Firmen“, sagt Danner, doch die Lage stelle sich unklar dar. „Es diffundiert“, ergänzt Winterer, es werde schwieriger, die Ursprünge zurückzuverfolgen. Nach Lage der Tests seien zwischen einem Drittel und der Hälfte der Fälle der britischen Mutation zuzuordnen.

Tests für alle Bürger

Das Vorhaben, ihren Bewohnern einen kostenlosen Test pro Woche zu ermöglichen, setzten verschiedene Kommunen bereits um, sagt Danner. In Radolfzell und Singen habe es Testaktionen schon mehrfach gegeben. In Konstanz sei dies in Planung und an der bestehenden Abstrichstelle bereits möglich. Geplant sei, die Aktionen kreisweit zu koordinieren, Martin Staab, Oberbürgermeister von Radolfzell, habe dies übernommen.